25. Mrz 2008 15:49, ergänzt 15:58
Serbien möchte, dass die von Serben bewohnten Gebiete des Kosovo auch von Serben verwaltet werden. Die deutsche Regierung sieht darin einen Versuch, die territoriale Integrität des neuen Staats zu verletzen.
Eine Teilung, und sei es auch nur eine pragmatische Teilung, sei für Deutschland keine Option, sagte Jäger. Die Übergabe des serbischen Vorschlags an die Vereinten Nationen sei ein normaler Vorgang. Das Dokument werde in der UN-Zentrale New York geprüft. Dies habe aber keinen Einfluss auf die Haltung Deutschlands und der Europäischen Union in dieser Frage. Auch der Ministerpräsident des Kosovos, Hashim Thaci, lehnt eine Aufteilung der früheren serbischen Provinz entlang ethnischer Grenzen ab. Die Integrität des Kosovos werde von der internationalen Gemeinschaft garantiert, sagte Thaci. «Das Kosovo ist ein unabhängiges, souveränes und demokratisches Land.» In der Stadt Kosovska Mitrovica forderten 3.000 Serben unterdessen, die serbische Armee solle kommen und die Teilung der Stadt durchsetzen. Ein Sprecher rief Belgrad auf, russische Truppen zur Unterstützung anzufordern. Seit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovos Ende Februar demonstrieren fast täglich Serben im Kosovo gegen diesen Beschluss.
In dem am Montag von Medien in Belgrad veröffentlichten Vorstoß heißt es, Serbien erkenne die UN-Verwaltung des Kosovos an. Doch könnten nur Serben und nicht Kosovo-Albaner Polizei, Justiz und Zoll in den etwa 15 Prozent des Gebiets kontrollieren, in denen Serben die Mehrheit stellen. Beobachter glauben, dass Belgrad versucht, politisch und verwaltungstechnisch die Kontrolle über die zumeist im Norden des Kosovos gelegenen Gebiete zu übernehmen, in denen Serben die Mehrheit der Bewohner stellen. Das Kosovo erklärte am 17. Februar seine Unabhängigkeit. Serbien hält diese Erklärung unter Berufung auf internationales Recht für ungültig. (AP)