Sozialpolitik der CSU:
Huber macht Druck bei Pendlerpauschale
23.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Fahrten zur Arbeit sind keine Fahrten zum Golfplatz. Man kann doch nicht sagen, die Arbeit beginnt am Werkstor, und jeder wohnt neben dem Werkstor», sagte Huber. Das sei «lebensfremd und überdies steuersystematisch falsch». Diese Fahrten seien vielmehr zu den Werbungskosten zu zählen und müssten daher auch ab dem ersten Kilometer steuerlich angerechnet werden.
Der Bundesfinanzhof hatte Ende Januar seine Zweifel an der Kürzung der Pendlerpauschale bekräftigt. Er hält die seit Januar 2007 geltende Neuregelung für unvereinbar mit dem Grundgesetz und legte sie dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vor. Pendler können nach der Neuregelung der Pauschale die Kosten für den Weg zur Arbeit erst ab dem 21. Kilometer mit 0,30 Euro pro Entfernungskilometer als Werbungskosten bei der Steuer geltend machen. Es gilt seither das sogenannte Werkstorprinzip, wonach Fahrten zur Arbeit dem privaten Bereich zuzuordnen sind und die berufliche Sphäre erst am Werkstor beginnt.
Hubers Vorstoß erntet Lob - von der Linkspartei: «Dass sich nun auch die CSU für Steuersenkungen für untere und mittlere Einkommen, die Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer und eine Kindergelderhöhung ausspricht, ist ausdrücklich zu begrüßen», sagte Parteichef Oskar Lafontaine. «Der CSU-Chef greift damit Forderungen auf, die wir in den Bundestag eingebracht haben.»
Doch Lafontaine ist skeptisch: «Es wird sich zeigen, ob der CSU-Chef für die Vorschläge Zustimmung in der Koalition gewinnt. Wenn er sie ernst meint, würde sich schnell eine Mehrheit im Bundestag finden. Die notwendigen Entscheidungen könnten noch vor dem Sommer getroffen werden.» (nz/dpa/AP)

