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Vor der Islamkonferenz: 

Schäuble will deutschen Islamunterricht

13. Mrz 2008 09:28
Das Gebte können vielleicht bald islamische Kinder in der Schule lernen
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Eine Lehrerin bringt deutschen Schülern islamische Gebete und die Suren des Korans bei. Ein Szenario, das möglicherweise bald Wirklichkeit wird. Zumindest Innenminister Schäuble kann sich das vorstellen.

Vor der Islamkonferenz hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble einen islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen in Aussicht gestellt. «Wenn Muslime sagen, wir möchten Religionsunterricht, so wie für Katholiken und Protestanten oder Juden, dann muss der Innenminister sagen, dass ihn das Grundgesetz zur Neutralität verpflichtet», sagte der CDU-Politiker «stern.de».

Es gelte die Gleichbehandlung, «und so kann auch islamischer Religionsunterricht eingeführt werden». Allerdings müssten die Muslime die Voraussetzungen dafür selbst schaffen, dass sie als Religionsgemeinschaft anerkannt würde. Der Unterricht müsse auf Deutsch erfolgen.

Schäuble kommt am Vormittag in Berlin mit Vertretern muslimischer Organisationen und staatlicher Stellen zusammen. Der auf zwei bis drei Jahre angelegte Dialogprozess war im Herbst 2006 gestartet worden. Ziel ist eine verbesserte religions- und gesellschaftspolitische Integration der 3,4 Millionen Muslime in Deutschland. Der Konferenz gehören jeweils 15 Vertreter der Muslime und des deutschen Staates an.

Irritation über Erdogan

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, sagte dazu: «Wir haben in unserem Dialog inzwischen ein Stadium erreicht, das belastbar ist.» Ganz eindeutig sei das Verhältnis zu den türkischen Verbänden wieder entspannter. «Sehr irritiert» zeigte sich Böhmer darüber, dass der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vor einigen Wochen in Köln vor einer «Assimilierung» von Türken in Deutschland gewarnt hat. Damit habe er der Integration keinen Dienst erwiesen, sondern den emotionalen Zwiespalt, den viele Deutschtürken empfänden - gehören sie eher zu Deutschland oder zur Türkei? - noch vertieft. Auch Erdogans Forderung nach türkischen Schulen sei kontraproduktiv gewesen.

Die bei der ersten Sitzung der Islamkonferenz gegründeten Arbeitsgruppen werden dem Plenum ihre Empfehlungen vorlegen. Dabei geht es um die folgenden Themen: «Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens», «Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis», «Wirtschaft und Medien als Brücke». (dpa)

 
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