Gabriel begründete den Mallorca-Flug auf Anfrage der Zeitung mit einem Wunsch des Kanzleramtes. Er habe seinen Urlaub unterbrechen sollen, um die Beschlussfähigkeit des Kabinetts zu gewährleisten. «Im Zusammenhang mit dieser Unterbrechung habe ich weitere Dienstgeschäfte erledigt», betonte der Minister. Die Flugbereitschaft darf allerdings nur genutzt werden, wenn es keine andere Alternativen gibt. Die bestanden laut Gabriel nicht. Wie die «Bild» recherchierte, hatte allerdings die Flugbereitschaft Air Berlin für den Rückflug nachmittags mehrere Plätze frei. Diese hätte der Minister nutzen können, da seine Sitzung laut Protokoll bereits um 10.35 Uhr beendet war.
Gabriel war 2007 schon einmal wegen eines Alleinfluges in die Kritik geraten. Damals flog er dreimal alleine und viermal mit einem Mitarbeiter mit dem Dienstjet.
Gabriel verteidigte den Mallorca-Flug und machte zugleich deutlich, dass er ähnliche Vorwürfe nicht noch einmal auf sich ziehen möchte. «In einem vergleichbaren Fall würde man es, glaube ich, genauso wieder machen», sagte er dem Sender n-tv. «Ich allerdings habe dem Kanzleramt gesagt: Meinen Urlaub unterbreche ich nicht nochmal, wenn das Ergebnis hinterher ist, dass ich derartig Ärger habe. Dann müssen sie sich wen anders suchen, der sich den Ärger einhandelt.» (nz/dpa)