Oktoberfest ohne Nichtraucherschutz :
In Wiesn-Bierzelten darf geraucht werden
06. Mrz 2008 17:52
 |  Hier sind Raucher auch 2008 noch willkommen | Foto: dpa |
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Die Oktoberfestwirte haben einen Aufschub des Qualmverbotes in geschlossenen Räumen durchgesetzt. Angeblich sei die Zeit zu knapp, um Freiluftflächen für Raucher zu schaffen. Die CSU spricht von «Bürgernähe».
Auf dem Münchener Oktoberfest darf in diesem Jahr noch geraucht werden. Das ist das Ergebnis eines Spitzentreffens der Wiesnwirte mit Oberbürgermeister Christian Ude, dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsminister Otmar Bernhard am Donnerstag in München. Um das gesetzliche Rauchverbot in den Festzelten mit Tausenden Gästen durchzusetzen, wären Umbauten notwendig, die bis September nicht mehr zu schaffen seien, erklärten sie.
Die Wiesnwirte sollen jetzt ein Konzept für das Oktoberfest 2009 ausarbeiten. Ude sagte, das Oktoberfest sei «einmalig, auch was die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung eines Rauchverbots angeht». Er wolle sich nicht vorstellen, wie Ordner und Polizisten in einem überfüllten Wiesnzelt gegen Raucher vorgingen. Weil die Besucher nicht wie in einem Gasthaus einfach vor die Tür gehen könnten, müssten extra Freiluftflächen für Raucher geschaffen werden. «Für große bauliche Veränderungen ist es aber schon zu spät», sagte Herrmann.
«Kein Zeichen von Schwäche»
Ministerpräsident Günther Beckstein und der CSU-Vorsitzende Erwin Huber haben die geplante Lockerung des Rauchverbots in Bayern erneut gegen Kritik auch aus den eigenen Reihen verteidigt. «Korrekturen zu machen, wenn man feststellt, dass eine Regelung mehr Probleme macht, als man beabsichtigt hat, sehe ich nicht als Zeichen von Schwäche», sagte Beckstein der «Süddeutschen Zeitung». Es gehe dabei lediglich «um einen etwas bürgernäheren Vollzug. Der generelle Nichtraucherschutz bleibt.» Huber sagte der «Passauer Neuen Presse», es sei «ein Ausdruck von Bürgernähe und Stärke, wenn wir die Kritik nicht einfach abschütteln und an uns abprallen lassen, sondern das aufnehmen». Er fügte hinzu: «Wo also im Detail Klarstellungen und Korrekturen notwendig sind, machen wir das.» Das bayerische Nichtraucherschutzgesetz, das im Januar in Kraft getreten ist, verbietet derzeit das Rauchen in Gaststätten und Bierzelten.
Warnung vor gelockertem Verbot
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), warnte Bayern vor einer Lockerung des Rauchverbots. Die geltende Regelung sei «vorbildlich» und dürfe nicht ohne Grund aufgeweicht werden, sagte sie der «Passauer Neuen Presse». Sie glaube nicht, dass die CSU bei den bayerischen Kommunalwahlen wegen des Rauchverbots Stimmeneinbußen habe hinnehmen müssen. Die Verluste hätten andere Ursachen, die von der CSU intern beleuchtet werden müssten. (AP/dpa)