| | | | | Bundeswehr: Der Truppe fehlt es an Fitness04. Mrz 2008 12:35  |  Nicht sportlicher als Zivilisten: Soldaten der Bundeswehr vor dem Brandenburger Tor | Foto: dpa |
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Sie sind zu dick, rauchen zu viel und treiben zu wenig Sport: Die Soldaten der Bundeswehr machen dem Wehrbeauftragten Kummer. Ihre Einsatzfähigkeit steht aber auch aus anderen Gründen in Frage.
Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe, übergab am Dienstag einen Jahresbericht Parlamentspräsident Norbert Lammert. Inhalt des beunruhigenden Reports: Die sportliche Fitness vieler Soldaten ist mangelhaft. 40 Prozent der Soldaten sind übergewichtig, heißt es darin – das sind fünf Prozentpunkte mehr als in zivilen Vergleichsgruppen.
Robbe sagte, Sport spiele in der Bundeswehr nach seinen Erkenntnissen nur eine untergeordnete Rolle. Jüngste Untersuchungsergebnisse zur Leistungsfähigkeit von Soldatinnen und Soldaten seien besorgniserregend. Mehr als ein Fünftel der Soldaten treibe überhaupt keinen Sport. Robbe monierte außerdem, dass mehr als 70 Prozent der Soldaten nach eigenen Angaben regelmässig rauchten. Die Bundeswehr leide zunehmend an den Folgen eines passiven Lebensstils.
 |  Der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (rechts) mit Norbert Lammert | Foto: dpa |
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Die FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff fand es überraschend, dass der Wehrbeauftragte die körperliche Fitness der Soldaten zu einem Schwerpunkt machte. «Auch wenn der körperliche Zustand vieler Soldatinnen und Soldaten ohne Frage ein Problem für die Bundeswehr darstellt, so sind doch andere Schwierigkeiten für deren Einsatzfähigkeit von erheblich größerer Bedeutung», sagte Hoff. Sie nannte die Ausbildungs- und Ausrüstungsdefizite der Bundeswehr, die finanzielle Ausstattung und der Aufbau moderner Unterkünfte.
Wehrbeauftragter- Der Beauftragte wird vom Parlament auf fünf Jahre gewählt. Eine Wiederwahl ist zulässig. Nach seiner Vereidigung scheidet er aus dem Bundestag aus. Er darf parallel kein anderes Amt ausüben. Alle Bundeswehr-Angehörigen haben das Recht, sich direkt an ihn zu wenden und ihm Missstände mitzuteilen. Sie dürfen dafür nicht benachteiligt werden.
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Robbe hatte seine Expertise, mit der er das Parlament über Mängel in der Bundeswehr informiert, erst Bundestagspräsident Lammert und danach den Obleuten der Fraktionen im Verteidigungsausschuss vorgelegt. Robbe sagte, viele Themen, die sich bereits in den vergangenen Jahren in seinem Bericht wiedergefunden hätten, seien auch diesmal wieder zu beklagen. 2007 hatte Robbe den maroden Zustand der Kasernen in Westdeutschland herausgestellt.
Der Wehrbeauftragte hat den Auftrag, den Bundestag über den inneren Zustand der Streitkräfte zu unterrichten. Er soll möglichen Verstößen gegen die Grundsätze der Inneren Führung der Bundeswehr nachgehen und Vertrauensperson für die Soldaten außerhalb der Bundeswehr sein. Pro Jahr erreichen ihn zwischen 5000 und 6000 Eingaben. (dpa/AP)
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