Der Vize-Kanzler, der kurz nach Mitternacht wieder in Berlin eintraf, sagte weiter, es gebe keinen Zweifel, dass die SPD «in einer ganz schwierigen Situation» sei. Er hoffe aber, was die SPD angehe, gelte die Absprache vom vorigen Sonntag. Da hatte sich die SPD- Führung unter anderem darauf verständigt, dass es wegen politischer Unvereinbarkeit auf Bundesebene keine Zusammenarbeit mit der Linkspartei geben könne. Zugleich wurde aber den Landesverbänden Entscheidungshoheit eingeräumt. Steinmeier, der sich während seiner fünftägigen Reise durch Indonesien, Singapur und Vietnam öffentlich nicht zur laufenden Regierungsfindung in Hessen geäußert hatte, betonte jetzt, in Hessen müsse nach allen möglichen Konstellationen gesucht werden. Es müsse auch klar sein, dass die SPD keineswegs darauf aus sei, eine Tolerierung durch die Linkspartei im hessischen Landtag zu suchen.
Von FDP und CDU erwarte er, dass sie sich nicht in öffentlichen Statements von Gesprächen und Verhandlungen mit der SPD distanzierten, sondern bereit seien, solche Gespräche zu führen. «Ich glaube, dass liegt in der Verantwortung aller demokratischen Parteien.» (dpa/AP)