Zuvor hatte der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Wulf Gallert, Böhmer zum Rücktritt aufgefordert. Der Ministerpräsident habe sich mit seinen pauschalen Äußerungen über Kindstötungen zum «Kronzeugen für die arrogantesten Vorurteile gegenüber Ostdeutschen und ihren Biografien» gemacht. Damit habe er eindeutig den Draht zu den Menschen in Sachsen-Anhalt verloren. Böhmer war im «Focus» mit der Aussage zitiert worden, ihm komme es so vor, als sei die Tötung von Neugeborenen für manche ostdeutsche Frau «ein Mittel der Familienplanung». Als Grund hatte er die liberale Abtreibungspraxis der DDR genannt. (AP)