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Äußerung zu Kindstötungen: 

Böhmer entschuldigt sich bei Ost-Müttern

28. Feb 2008 12:49
CDU-Politiker sieht doch keine sittliche Verwahrlosung
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Die Aufregung ist groß gewesen, als Sachsen-Anhalts Ministerpräsident die Abtreibungspolitik in der DDR dafür verantwortlich machte, dass Frauen in Ostdeutschland ihre Kinder töten. Jetzt lenkt er ein. Ein bisschen.

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt hat sich für seine umstrittenen Thesen zu Kindstötungen im Osten teilweise entschuldigt. «Ich bin bereit, mich bei den Müttern mit DDR-Biografie zu entschuldigen, für die das alles nicht zutrifft», sagte Wolfgang Böhmer in einer von der Linksfraktion beantragten aktuellen Debatte vor dem Landtag in Magdeburg. «Der Aufruhr des Gewissens ist auch ein Zeichen dafür, dass es in dieser Region keine sittliche Verwahrlosung gibt», stellte der CDU-Politiker fest.

In seiner Rede vor dem Landtag bekräftigte der Ministerpräsident jedoch, die Hemmschwelle, Kinder zu töten, sei so niedrig wie nie. Dafür gebe es unterschiedliche Ursachen. In Ostdeutschland hänge das auch mit dem Gesetz von 1972 zusammen, das den Schwangerschaftsabbruch zu einem Instrument der Familienplanung gemacht habe. Das habe zu einem Wertwandel geführt.

Linke fordert Rücktritt

Zuvor hatte der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Wulf Gallert, Böhmer zum Rücktritt aufgefordert. Der Ministerpräsident habe sich mit seinen pauschalen Äußerungen über Kindstötungen zum «Kronzeugen für die arrogantesten Vorurteile gegenüber Ostdeutschen und ihren Biografien» gemacht. Damit habe er eindeutig den Draht zu den Menschen in Sachsen-Anhalt verloren.

Böhmer war im «Focus» mit der Aussage zitiert worden, ihm komme es so vor, als sei die Tötung von Neugeborenen für manche ostdeutsche Frau «ein Mittel der Familienplanung». Als Grund hatte er die liberale Abtreibungspraxis der DDR genannt. (AP)

 
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