26.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Ermittlungen gegen Anleger bei der LGT-Bank tragen erste Früchte
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Angesichts von erdrückendem Beweismaterial haben etliche Beschuldigte einem Bericht zufolge angefangen zu reden. Mehr als hundert Anlegern droht ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung.
In der Affäre um Steuerhinterziehung über Liechtensteiner Stiftungen haben fast alle Beschuldigten gestanden. Die Bochumer Staatsanwaltschaft konnte sich bei ihren Ermittlungen gegen mehr als hundert Beschuldigte auf außergewöhnlich gutes Beweismaterial stützen, berichtete «Spiegel Online».
Außer Kopien der Personalausweise von Besitzern liechtensteinischer Stiftungen besitzen die Ermittler demnach auch umfangreiche Konten-Unterlagen und Details aus Beratungsgesprächen mit der liechtensteinischen LGT-Bank. Die Beweise seien so erdrückend, dass nach Informationen des Online-Magazins fast alle der mehr als hundert Beschuldigten direkt gestanden haben.
Die Staatsanwaltschaft selbst hatte bislang keine Informationen zum Umfang und Erfolg ihrer Ermittlungen bekanntgegeben. Die Ermittler wollen an diesem Dienstag eine erste Zwischenbilanz vorlegen.
Nach der Razzia beim inzwischen zurückgetretenen Post-Chef Klaus Zumwinkel gingen laut «Spiegel Online» 37 Steuerfahnder in fünf Städten gegen Steuersünder vor. Mit fast 40 Einsätzen sei München ein Schwerpunkt gewesen. Die bisher gezahlten «Sicherungsleistungen» - alleine vier Millionen Euro von Klaus Zumwinkel - überträfen die Ausgaben des BND für das Informationsmaterial schon jetzt bei weitem.
Das Online-Magazin berichtete außerdem, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien, sondern in den nächsten Wochen weiterlaufen sollen. Demnach müssen die Ermittler noch Unterlagen von etwa 600 Stiftungen in Liechtenstein abarbeiten.
Ermittlungen auch in SchwedenUnterdessen wurde bakannt, dass auch schwedische Steuerbehörden gegen etwa hundert Bürger wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung über Konten in Liechtenstein ermitteln. Wie Behördenchef Mats Sjöstrand in Stockholm angab, seien die entsprechenden Verdachtsmomente nicht über Material des deutschen Nachrichtendienstes BND, sondern durch «Zusammenarbeit mit einem anderen Land» aufgetaucht.
Sjöstrand gab weiter an, dass die Auslandsspezialisten seiner Behörde «natürlich auch an dem deutschen BND-Material sehr interessiert sind». Dass die Unterlagen durch Bezahlung von fünf Millionen Euro für einen Datendiebstahl in Behördenbesitz gekommen seien, stelle für Schweden kein Problem dar: «Wir können dieser massiven Steuerhinterziehung ja sonst nicht beikommen.» Sjöstrand bezifferte den Schaden für die Stockholmer Staatskasse durch Steuerflucht ins Ausland auf umgerechnet jährlich mindestens fünf Milliarden Euro. (nz/dpa)