19.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Gar nicht so gut für das Klima - und für arme Länder: Biosprit
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Bundesregierung will den Einsatz von Bio-Sprit in den nächsten Jahren deutlich ausweiten. Kirchliche Hilfsorganisationen warnen, dass das die Nahrungsmittelversorgung in Entwicklungsländern gefährde.
Kirchliche Hilfswerke lehnen die von der Bundesregierung geplante Ausweitung des Einsatzes von Bio-Sprit ab. Diese Agro-Treibstoffe schädigten schon heute die Nahrungsmittelversorgung in den Entwicklungsländern, erklärten am Dienstag «Brot für die Welt», Misereor und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED). An Mittwoch findet eine Bundestagsanhörung zur Nutzung von Biomasse statt.
Die Bundesregierung will den Einsatz von Bio-Sprit bis 2015 auf zehn Prozent ausweiten. Danuta Sacher von «Brot für die Welt» kritisierte die geplante Ausweitung als doppelt kontraproduktiv: «Sie dient nicht dem Klimaschutz, aber verschärft den Hunger in der Welt.» Mit dem Boom der Energiepflanzen zeichne sich eine Verschärfung der Konflikte um Land und Wasser ab. Wilfried Steen (EED) forderte einen Wandel des Lebensstils für den Klimaschutz. Es gelte in erster Linie, Verkehr zu vermeiden und die Energie-Effienz zu steigern.
Der Bio-Sprit-Boom schaffe Konflikte in Ländern wie Brasilien, Indonesien oder Malaysia, sagte Bernd Bornhorst von Misereor. Die Bundesregierung müsse nachhaltige ökologische und soziale Kriterien für Agro-Treibstoffe entwickeln. Die aktuellen Entwürfe seien noch unausgereift. (epd)