Steuerhinterziehung: 

netzeitung.deRazzien in ganz Deutschland

 Herausgeber: netzeitung.de

Bei der liechtensteiner Bank sollen etliche Deutsche Geld angelegt haben (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bei der liechtensteiner Bank sollen etliche Deutsche Geld angelegt haben
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Tage vorher hatten die Ermittler die Durchsuchungen angekündigt, nun haben sie begonnen. Vermögende in Hamburg, Frankfurt, München und Ulm bekamen ungebetenen Besuch.

Eine Großaktion gegen mehrere Vermögende, die der Steuerhinterziehung verdächtigt werden, ist am Montag mehreren deutschen Städten angelaufen. Der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld sagte, Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Bochum und der Steuerfahndung hätten ihn darüber unterrichtet, dass es Durchsuchungen im Großraum München gebe.

Auch im Großraum Hamburg und Ulm liefen die Ermittlungen an. Dies berichtete die Online-Ausgabe des «Handelsblatts» unter Berufung auf Justizkreise. «Es rappelt jetzt mit Selbstanzeigen», hieß es bei den Strafverfolgern. Die Anwälte der Betroffenen legten offenbar Sonderschichten ein. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die ersten prominenten Namen bekannt würden. Es gehe quer durch alle Schichten.

Ähnliche Aktionen gebe es auch im Großraum Frankfurt. Dort würden Privatwohnungen und Geschäftsräume durchsucht, berichtete das «Handelsblatt». Bei den Verdächtigen in Frankfurt solle es sich um vermögende Personen handeln, aber nicht um in der Öffentlichkeit bekannte Namen, hieß es.

Die in Düsseldorf erscheinende «Rheinische Post» berichtete, dass bereits am Sonntag eine Spezial-Einsatzgruppe der Steuerfahndung aus Düsseldorf in die bayerische Landeshauptstadt gereist sei. Die Zeitung berief sich auf Finanzbehörden in Nordrhein-Westfahlen. Demnach bereiteten sich die Ermittler sich auf einen längerfristigen Einsatz vor und werde mindestens bis zum Ende der Woche in Bayern ermitteln. Ein Ende der Aktion sei bislang nicht festgelegt.

Ermittlung gegen liechtensteiner Treuhänder
Nach einem Bericht des «Handelsblatts» ermittelt die Bochumer Staatsanwaltschaft auch gegen einen liechtensteinischen Treuhänder, der das Geld der Hinterzieher verwaltet habe. Der Treuhänder, dem Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen wird, soll bis vor zwei Jahren für die LGT-Bank des liechtensteinischen Fürsten gearbeitet haben. Derzeit sei der Mann für eine andere Bank im Fürstentum tätig.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits Berichte gegeben, wonach eine Welle von Durchsuchungen in der Steueraffäre bevorstehe. Die «Süddeutsche Zeitung» hatte aus Ermittlerkreisen berichtet, die Fahnder wollten pro Tag 20 bis 25 Wohnungen und Büros durchsuchen. Wegen der Affäre hatte Post-Chef Zumwinkel seinen Rücktritt erklärt. Ihm wird Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vorgeworfen. (dpa)