Öffentlicher Dienst:
Verdi plant Warnstreik in Krankenhäusern
13. Feb 2008 14:40, ergänzt 14:41
 |  Am Donnerstag soll in vielen Krankenhäusern zeitweise die Arbeit ruhen | Foto: dpa |
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Verdi hat erste Einzelheiten zu den geplanten Warnstreiks im Öffentlichen Dienst mitgeteilt. Am Donnerstag soll es im Gesundheitswesen zu Arbeitsniederlegungen kommen.
Wer am Donnerstag im Krankenhaus behandelt werden muss, sollte mit Wartezeiten rechnen: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für zahlreiche Bundesländer Warnstreiks im öffentlichen Gesundheitswesen angekündigt.
In Nordrhein-Westfalen will Verdi nach Angaben eines Sprechers am Donnerstag rund 50 öffentliche Kliniken, Senioreneinrichtungen und Pflegeheime bestreiken. Schwerpunkt der Aktionen werde Ostwestfalen sein, sagte ein Sprecher. Voraussichtlich würden sich mehrere tausend Beschäftigte an dem mehrstündigen Ausstand beteiligen.Dadurch werde es zu Verzögerungen und Einschränkungen in den betroffenen Einrichtungen kommen. «Aber niemand muss um sein leibliches Wohl fürchten», betonte der Verdi-Sprecher. Auch in Niedersachsen und Bremen rief die Gewerkschaft die Beschäftigten von Krankenhäusern zu Warnstreiks auf. In Hessen sollen hauptsächlich Krankenhäuser der Allgemeinversorgung betroffen sein, wie Verdi-Landesbezirksleiter Jürgen Bothner erklärte.
Ganztägiger Warnstreik in Berlin
In Berlin sind die Beschäftigten des Jüdischen Krankenhauses für Donnerstag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Hintergrund ist die Tarifflucht der Klinik durch den Austritt aus dem Arbeitgeberverband im Jahr 2005. Neu Eingestellte werden seitdem zu schlechteren Bedingungen beschäftigt. In Hamburg sind laut Verdi zunächst nur kleinere Aktionen geplant. Unter anderem sollen sich Zoll-Mitarbeiter an einer Aktion beteiligen. Rund 1000 Teilnehmer werden auch bei einer Demonstration von Krankenhaus-Mitarbeitern erwartet. Sie haben in Hamburg allerdings einen eigenen Arbeitgeberverband, der jedoch an den öffentlichen Dienst angelehnt ist.
In Bayern sind am Donnerstag Warnstreiks in 35 Betrieben und Einrichtungen geplant, kündigte Verdi-Sprecher Hans Sterr an. Etwa 3000 Beschäftigte würden in den Ausstand treten. Es werde Schwerpunkte geben, diese sollten aber erst am Abend bekannt gegeben werden, sagte er.
«Von langer Hand geplante Machtdemonstration»
Der Städte- und Gemeindebund kritisierte die von der Gewerkschaft Verdi angekündigten Warnstreiks als von langer Hand geplante Machtdemonstration. Das seien «Muskelspiele», die der Mobilisierung der eigenen Leute dienen sollten, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Dieses Ritual sei nicht mehr zeitgemäß und werde das Klima belasten. Verdi hatte am Dienstag Warnstreiks zwischen dem 14. und 22. Februar angekündigt, nachdem die dritte Verhandlungsrunde ergebnislos vertagt worden war. Die Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Lohn, die kommunalen Arbeitgeber wollen einen Aufschlag von fünf Prozent bei Aufstockung der Arbeitszeit im Westen auf 40 Wochenstunden gewähren.
An den Warnstreiks beteiligen sollen sich mehrere 10.000 Mitarbeiter in Krankenhäusern, Kindertagesstätten, der allgemeinen Verwaltung, Sparkassen sowie Ver- und Entsorgungsbetrieben. Im Nahverkehr und in den Kitas sollen die Warnstreiks vorher angekündigt werden. (AP)