11. Feb 2008 08:47
Die Tarifrunde im öffentlichen Dienst droht festzufahren. Falls es bei den Verhandlungen in Potsdam keine Einigung gibt, schreckt die Gewerkschaft vor Streiks nicht zurück.
Die öffentlichen Arbeitgeber wollen fünf Prozent mehr Lohn bei einer stufenweise Erhöhung auf zwei Jahre zahlen. Die leistungsgerechte Bezahlung soll ausgebaut werden. Verdi fordert für die gut 1,3 Millionen Beschäftigten beim Bund und in den Kommunen hingegen acht Prozent mehr Geld. Der laufende Tarifvertrag endete am 31. Dezember 2007. Für die Angestellten und Beamten der Länder gilt eine tarifliche Übereinkunft noch bis Ende dieses Jahres. Nach den Verhandlungen am Montag und Dienstag sind zwei weitere Tarifrunden vereinbart.Der Städte- und Gemeindebund erwartet von Verdi Bewegung. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg wies in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» auf die «besondere Arbeitsplatzsicherheit» der kommunalen Angestellten hin. Die geplante Schließung des Nokia-Werks in Bochum zeige, «wie schnell in der Privatwirtschaft Stellen abgebaut beziehungsweise verlagert werden». Landsberg forderte den Verdi-Vorsitzenden Frank Bsirske auf, seine gesamtstaatliche Verantwortung wahrzunehmen und sich ernsthaft mit dem Angebot der Arbeitgeber zu befassen. «Das geht an die Grenze dessen, was machbar und verantwortbar ist», betonte der Vertreter der Kommunen und verwies auf die 2008 und 2009 zu erwartenden Kosten von 4,8 Milliarden Euro.
Das Angebot einer in drei Stufen gestaffelte Steigerung der Entgelte um insgesamt fünf Prozent - wobei ein Prozent leistungsbezogen gezahlt werde - und die Laufzeit von 24 Monaten könnten «sich sehen lassen». Die Anhebung der Arbeitszeit im Tarifgebiet West von 38,5 auf 40 Wochenstunden sei geringfügig und im Tarifgebiet Ost schon fest vereinbart. «Es ist falsch, wenn die Gewerkschaften behaupten, dies vernichte Arbeitsplätze», sagte Landsberg. Angesichts der 110-Milliarden-Verschuldung der Kommunen ließen sich nur so öffentliche Arbeitsplätze sichern. Die Alternative wären Auslagerung und Fremdvergabe von Aufgaben an private Firmen, sagte der Hauptgeschäftsführer. (AP)