Die Sicherheitsbehörden hatten am Freitag davor gewarnt, dass das Terrornetz Al Qaeda verstärkt Anschläge in Deutschland plant. Konkrete Anhaltspunkte für einen bestimmten Anschlagplan wie im vergangenen Jahr gebe es aber nicht. Im September waren drei Terrorverdächtige im Sauerland festgenommen worden, die verheerende Anschläge geplant haben sollen. Innenstaatssekretär August Hanning warnte, die Führer im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet hätten entschieden, auch in der Bundesrepublik Anschläge zu verüben. «Die Gefahr ist eher noch höher als im vergangenen Sommer», sagte er laut «Spiegel». Die Sicherheitsbehörden versuchten deshalb, die Rückkehr der Islamisten nach Deutschland zu verhindern. Ein im November in der Türkei festgenommener mutmaßlicher Terrorhelfer will dem «Spiegel» zufolge seine Auslieferung nach Deutschland verhindern. Der 22-jährige Deutsche Attila S. habe die türkische Staatsbürgerschaft beantragt, da die türkische Regierung eigene Staatsangehörige nicht ausliefert. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt S., die im Sauerland aufgeflogene Islamistenzelle unterstützt zu haben.
Die Gewerkschaft der Polizei warf der Politik angesichts der neuen Warnungen eine Vernachlässigung von Sicherheitsinteressen vor. Wer jetzt nicht handele und die Sicherheitslücken beseitige, «der trägt die Verantwortung für mögliche Anschläge», sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Konrad Freiberg der «Neuen Presse» in Hannover. (dpa)