07.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Stoiber war der heimliche Star des Politischen Aschermittwoch der CSU
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Die Nachfolger des Ex-Regenten haben ihre ersten Bewährungsproben absolviert. Langsam wird klar, dass der Abgang des einstigen CSU-Chefs und Ministerpräsidenten in der Partei keinesfalls nur Glücksgefühle auslöst.
Vor einem Jahr stürzte Edmund Stoiber, Ende September übergab der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident seine Ämter an Nachfolger Erwin Huber und Günther Beckstein. Seither müssen sich die Neuen an ihrem Vorgänger messen lassen. Zum Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau
>>>enttäuschten beide schon mal ihre Reden hatten nicht das Feuer des Alten. Stoiber erhielt den stärksten Applaus frenetischer Jubel toste durch den Saal, als CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer seinen Namen auch nur erwähnte.
Unionsfreunde aus ganz Deutschland erinnern sich gern an Stoibers Stärke und Energie, obwohl er selbst auch kein begnadeter Redner war und sich gern in Einzelheiten verlor. «Ich gönne ihm die Rente», sagt ein CSU-Anhänger aus Nördlingen. Die beiden Neuen «müssen sich nun erst einmal beweisen» Doch die Partei hilft auch über solche Umbruchphasen hinweg. Für den Nördlinger steht die CSU für Kontinuität, Änderungen sind verzichtbar. «Bayern soll bleiben, wie es ist.»
Manch Konservativer schiebt offen Frust. «Stoiber fehlt in ganz Deutschland, nicht nur in Bayern», beklagte Otto Becker vom CDU-Kreisverband Neuenstein in Hessen. Beckstein sei kein Motor wie Stoiber. Doch an einem Punkt ist der Hesse zuversichtlich: «Aber er wird den Landtagswahlkampf gewinnen.»
Gerd Löffler ist auch im Falle des neuen Parteichefs nicht optimistisch: «Huber kann den Stoiber nicht erreichen», sagt der ältere Herr aus Neustadt an der Donau. Manchen fehlt auch die innerbayerische Regionen-Balance. Denn Huber ist ein Niederbayer, Beckstein ein Franke. Die Gegend des früheren Regenten Stoiber stellt keine CSU-Spitzenkraft mehr. «Die Oberbayern sind unterrepräsentiert», klagen drei Trachtenträger aus ebendieser Region südlich von München. Das werde sich in den anstehenden Wahlkämpfen auch auswirken: Er glaube nicht, «dass Beckstein im Süden was bringt», sagt einer der drei.
Da haben es die Franken schon besser: «Beckstein ist aus unserer Gegend, wir haben ihn immer gemocht», sagt Herrmann Winter aus Weißenburg. (nz)