Fälle von Kindesmissbrauch alarmieren Sachsen07. Feb 2008 14:52  |  Mit einem Video will die Regierung für mehr Aufmerksamkeit werben | Foto: Scholz & Friends |
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Deutliche Konsequenzen fordert die FDP nach den jüngsten Erhebungen zur Häufigkeit von Kindesmissbrauch in Sachsen. Schule, Ärtze, Polizei und Kindertagesstätten sollten besser vernetzt werden.
Allein in Sachsen werden jedes Jahr rund 800 Kinder sexuell missbraucht. Das geht aus der Antwort des Dresdner Sozialministeriums auf eine Anfrage der FDP-Landtagsabgeordneten Kristin Schütz zur Gefährdungslage von Kindern hervor. Wie die Parlamentarierin am Donnerstag mitteilte, wurden demnach 2006 insgesamt 769 derartige Fälle registriert. Im Jahr 2000, dem Beginn der Erhebungen, waren 773 Kinder von sexuellem Missbrauch betroffen. 2001, 2003 und 2004 gab es sogar jeweils mehr als 800 Fälle.
Am meisten gefährdet seien Kinder in Dresden und Leipzig mit jeweils mehr als 100 Fällen pro Jahr. Die Zahl der Opfer eines sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen unter Ausnutzung einer Amtsstellung lag 2006 landesweit bei 45. An Gewalt gegen Kinder registrierten die Behörden 190 Fälle, wobei 29 Opfer mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus aufgenommen werden mussten. In 108 Fällen verletzten Eltern im Jahr 2006 zudem ihre Fürsorgepflicht. Schütz nannte die Zahlen alarmierend. «Wir können es uns nicht leisten, die Probleme kleinzureden. Bisher ist bei Gewalt gegen Kinder trotz aller Bemühungen und Erfolge kein rückläufiger Trend zu beobachten.»
Jugendämter und soziale Dienste müssten mehr Personal bekommen, forderte die FDP-Abgeordnete. Schulen, Ärzte, Polizei und Kindertagesstätten sollten zudem besser vernetzt werden. «Wir brauchen auch mehr Zivilcourage.» Niemand dürfe beim Verdacht der Kindesmisshandlung wegsehen. Das sei Aufgabe eines jeden Einzelnen, sagte Schütz. Die sächsische Sozialministerin Helma Orosz hatte bereits im Januar bei einem Treffen mit Vertretern der Kommunen Pflicht- Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern angekündigt. Damit sollen diejenigen Eltern erreicht werden, die Vorsorgeuntersuchungen derzeit nicht in Anspruch nähmen, kündigte die CDU-Politikerin an. (AP)
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