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Verwirrung um Brandbrief an Jung

06. Feb 2008 09:34
Unwissend: Weißes Haus kannte Gates-Brief nicht
Das Weiße Haus hat vom Schreiben des US-Verteidigungsministers an seinen deutschen Amtskollegen offenbar nichts gewusst. Das Kanzleramt verortet den Brief als Aktivismus im Vorfeld des Nato-Gipfels.

Nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» geht die Bundesregierung davon aus, dass der amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates ohne Wissen des Weißen Hauses Deutschland zu Bundeswehreinsätzen im Süden Afghanistans aufgefordert hat. Auch US-Außenministerin Condoleezza Rice sei nach Ansicht der Bundesregierung nicht über den Brief informiert gewesen, schreibt die «FAZ».

Mehr in der Netzeitung:
Vertreter des US-Präsidenten haben sich demnach auf Nachfrage der Bundesregierung erstaunt gezeigt und gesagt, den Brief nicht zu kennen. Im Bundeskanzleramt wie im Auswärtigen Amt werde ihre Antwort für glaubhaft gehalten, schreibt die Zeitung. In einem Gespräch mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) habe Rice vor zwei Wochen in Berlin den bisherigen Einsatz Deutschlands im Norden als besondere Leistung gelobt und ausdrücklich die Vermutung Steinmeiers zurückgewiesen, im Weißen Haus werde das deutsche Engagement in Afghanistan als nicht ausreichend angesehen. Von mehr Einsatz oder der Ausbreitung deutscher Truppen in den Süden sei «kein Wort» gefallen.

Im Kanzleramt wird laut «FAZ» ebenso versichert, dass US-Präsident George W. Bush die bisherige ablehnende Haltung der Bundeskanzlerin in dieser Frage als «Leadership» akzeptiert. Im Kanzleramt heiße es, Briefe wie der von Gates seien dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister geschuldet, das am Donnerstag in Vilnius beginnt. Der Brief von Gates solle dem Drängen der Kanadier und Niederländer, die im Süden Afghanistans kämpfen, als Beweis dienen, dass ihre Klagen über mangelnde Unterstützung nicht folgenlos blieben. Im Auswärtigen Amt wird laut «FAZ» sogar der Verdacht gehegt, dass nicht Gates selbst den Brief verfasst hat, sondern die amerikanische Nato-Botschafterin in Brüssel, Victoria Nuland. (nz/AP)

 
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