Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Zoff um Truppenaufstockung in Afghanistan

06. Feb 2008 08:53
Deutsche Soldaten in Kundus
Bild vergrößern
Das Tauziehen um die Stationierung weiterer Bundeswehrsoldaten am Hindukusch wird härter. Vor der für Mittwoch erwarteten Entscheidung der Regierung mehren sich die Stimmen der Kritiker.

Der Bundeswehrverband hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) aufgefordert, «hart zu bleiben» und die Forderung nach Entsendung von mehr deutschen Soldaten nach Afghanistan entschieden abzuwehren. Der Verbandsvorsitzende Bernhard Gertz verortete zudem eine Forderung des US-Verteidigungsminsiters Robert Gates nach mehr Hubschraubern im Reich der Fantasie: «Mit Verlaub: Die Hubschrauber, die Gates fordert, haben wir gar nicht», sagte er. Die USA müssten sich an Nationen wenden, die besser bestückt seien.

Mehr in der Netzeitung:
In der «Neuen Osnabrücker Zeitung» widersprach Gertz dem Leiter der am Wochenende stattfindenden Münchener Sicherheitskonferenz, Horst Teltschik, der die Aufstockung und den Einsatz von Bundeswehreinheiten im umkämpften Süden des Landes gefordert hatte. «Mehr Soldaten müssen - wie wir im Irak gelernt haben - nicht notwendigerweise mehr Sicherheit bedeuten, sie können auch mehr Reaktion und mehr Widerstand herausfordern», warnte Gertz. Das Problem der Staatengemeinschaft in Afghanistan ist nach seinen Worten nicht die Frage, «ob wir noch 3000 Soldaten zusätzlich in den Süden schicken». Das Problem im Süden liege darin, dass die offene Grenze zu Pakistan auch mit 3000 zusätzlichen Soldaten «nicht kontrollierbar» sei. Pakistan bleibe Rückzugsraum für Terroristen, wenn die Staatengemeinschaft einseitig auf die militärische Karte setze.

Dagegen befürwortet der Verband die schnelle Eingreiftruppe, deren Bereitstellung Jung voraussichtlich heute mitteilen wird: «Sie wird gebraucht. Wir hatten bislang den Vorzug, dass sie von den Norwegern gestellt wurde», sagte Gertz. Außerdem sei dies durch das Mandat des Bundestags gedeckt.

Unterdessen sprach sich auch der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), gegen einen Bundeswehreinsatz im Süden Afghanistans aus. «Eine Ausweitung auf den Süden kommt nicht infrage; das ist Konsens in allen Parteien», sagte Robbe am Mittwoch im ARD-«Morgenmagazin». Er rechne freilich damit, dass die Bundeswehr künftig eine schnelle Eingreiftruppe im Norden des Landes stellen werde. «Die Deutschen stehen hier in der Verantwortung.» Robbe kritisierte die Debatte, ob es sich dabei um den ersten «Kampfauftrag» der Bundeswehr handele. Der Streit um solche Begriffe könne von den Soldaten nicht nachvollzogen werden, sie würden jeden Tag in Afghanistan ihr Leben riskieren, so Robbe. (nz/dpa/AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.