04. Feb 2008 09:14, ergänzt 11:49
Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan führt zu Unstimmigkeiten in der Großen Koalition. Während der SPD-Politiker Klose eine Ausweitung des Einsatzes fordert, lehnt die Union dies weiterhin ab.
In der Union stößt die Forderung von Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer nach einer Ausweitung des Bundeswehreinsatzes auf den Süden Afghanistans dagegen weiterhin auf Ablehnung. «Um eine Überdehnung und Überforderung der Bundeswehr auszuschließen, muss der Einsatz auf den Norden begrenzt bleiben», sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Andreas Schockenhoff (CDU) der «Berliner Zeitung». Zwar müsse sich die Nato stärker in Afghanistan engagieren. «Das gilt nicht nur für den Süden, sondern auch für den Norden», betonte der CDU-Politiker. Gleichzeitig sagte er Unterstützung für die Entsendung eines Kampfverbandes zu: «Die Bundeswehr ist bereit, sich im Norden stärker zu engagieren.» Sie sei dort auf Kampfeinsätze vorbereitet.
Im ARD-Morgenmagazin sagte der verteidigungspolitische Sprecher Paul Schäfer, die Sicherheitslage in Afghanistan sei immer schwieriger geworden. «Unter anderem auch deshalb, weil zu dieser Realität gehört, dass die NATO-Truppen Warlord-Herrschaft schützen und Korruption stabilisieren helfen.» Die Strategie, die dort verfolgt werde, sei perspektivlos. Es wäre am besten, wenn Deutschland nur noch mit zivilen Hilfskräften in Afghanistan vertreten sei.