01. Feb 2008 12:22
Die anhaltinische Landeshauptstadt will dem Alkoholmissbrauch einen Riegel vorschieben. Seit Freitag darf im Zentrum der Stadt kein Alkohol konsumiert werden.
Das Verbot rund um den zentralen Hasselbachplatz ist laut Magistrat zunächst bis Ende März befristet. Die Stadt wolle die Wirkung der Maßnahme testen. In der Vergangenheit habe sich auf dem Hasselbachplatz eine regelrechte Szene etabliert, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper im «Morgenmagazin» des ZDF. «Abends und in den Nachtstunden finden sich dort Gruppen ein, die den Platz in Besitz nehmen», so Trümper. Sie rückten mit Bierkästen an und konsumierten stundenlang Alkohol. In der Folge komme es immer wieder zu Gewalttaten und Ordnungswidrigkeiten. «Das hat ein Ausmaß erreicht, das wir als Kommune nicht mehr dulden können», fügte der SPD-Politiker hinzu. So kam es in der Silvesternacht zu Ausschreitungen, als rund 50 zum Teil vermummte Randalierer zunächst ein Polizeiauto angriffen und mit Steinen und Böllern warfen.Laut Magistrat werden Polizei und Stadtordnungsdienst die ersten Kontrollen am kommenden Wochenende vornehmen. Dabei solle vor allem präventiv gewirkt werden. Ab der nächsten Woche solle bei Verstößen die Identität festgestellt und dem Betroffenen ein paar Tage später ein Zwangsgeld angedroht werden. Beim dritten Mal werde das Zwangsgeld vollstreckt. Dieses kann laut Magistrat bei weiteren Verstößen bis auf 2.000 Euro erhöht werden. Zahlt die betroffene Person nicht, werde eine Zwangshaft angeordnet. (dpa)