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Lupe Labore erkennen viele Pestizide im Obst nicht

Greenpeace kritisiert die deutsche Pestizid-Zulassungspolitik: Viele der zugelassenen Wirkstoffe könnten staatliche Labore gar nicht erkennen. «Unsichtbares Gift», sagen die Umweltschützer.

Eine Großzahl von Pestiziden kann bei Lebensmittelkontrollen in Deutschland offenbar nicht aufgespürt werden. Wie die Umweltschutz-Organisation Greenpeace mitteilte, seien selbst die besten staatlichen Labore bei mehr als der Hälfte der Giftstoffe nicht in der Lage, diese zu erkennen.

Krautter kritisierte eine «zu industriefreundliche Pestizid-Zulassung in Deutschland und der EU sowie Mängel bei der Überwachung durch die Länder». Allein in den vergangenen drei Jahren habe das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Deutschland 38 Pestizidwirkstoffe zugelassen, von denen 12 durch die Routineuntersuchungen der staatlichen Labore nicht erkannt werden könnten.
Nur 600 von 1350 Stoffen nachweisbar
Greenpeace stützte sich bei seiner Studie nach eigenen Angaben auf Auskünfte deutscher Lebensmittelkontroll-Labore. «Von den etwa 1350 bislang weltweit in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizidwirkstoffen können bestenfalls rund 600 Wirkstoffe nachgewiesen werden», kritisierte Chemie-Experte Manfred Krautter am Donnerstag in Hamburg. Mit anderen Worten, 750 Pestizide können eingesetzt werden, ohne dass in Deutschland entdeckt würde, dass sie eingesetzt wurden. Die Labore der meisten deutschen Bundesländer könnten sogar weniger als 400 Wirkstoffe erkennen, fügte Krautter an.

Für die Erhebung glichen die Greenpeace-Experten nach eigenen Angaben mit Hilfe einer Datenbank die weltweit eingesetzten Pestizide mit den Möglichkeiten der Labordiagnostik ab. Die Umweltschützer kommen zu dem Schluss, dass weit mehr Spritzmittel im Essen stecken könnten als bisher angenommen. «Greenpeace fordert daher einen Einsatz- und Zulassungsstopp für solche für die Überwachung praktisch unsichtbaren Gifte.»

Verbrauchern rät Greenpeace zu Bioware, die in der Regel komplett frei von Pestiziden sei. (dpa/epd)