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Die Grenze zwischen Übergewicht und Adipositas

30. Jan 2008 14:17
Nach Ansicht von Ernährungsforschern ist ein überhöhtes Körpergewicht nicht immer gefährlich.

Übergewicht alleine ist nach Expertenansicht kein zwingender Grund, eine Diät zu beginnen. Aus gesundheitlicher Sicht sei eine Gewichtsabnahme erst dann notwendig, wenn Diabetes, erhöhter Blutdruck oder Fettstoffwechselstörungen hinzukommen, sagte Prof. Joachim Westenhöfer von Deutschen Adipositas-Gesellschaft in München. Diese Erkrankungen verschlimmerten sich und würden gefährlicher, wenn der Patient zu dick ist. Laut einer «Nationalen Verzehrstudie», die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, sind bundesweit zwei Drittel der Männer und gut die Hälfte aller Frauen übergewichtig.

«Wenn jemand einfach nur übergewichtig ist, muss er nicht unbedingt abnehmen», sagte Westenhöfer. Die Patienten sollten allerdings darauf achten, nicht weiter zuzunehmen. Als übergewichtig gelten Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 25 und 30. Der BMI ergibt sich aus dem Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße. Dieser Definition zufolge gilt bereits ein 72 Kilogramm schwerer und 1,70 Meter großer Mann als übergewichtig, da er auf einen BMI von 25 kommt. Ab einem BMI von 30 beginnt die krankhafte Fettsucht (Adipositas) - sie sollte den Leitlinien der Adipositas-Gesellschaft zufolge immer behandelt werden.

«Die Bauchfettmasse ist entscheidend»

Der BMI ist laut Westenhöfer ein Richtwert, der sich gut für Studien eignet. «Von allen einfachen Maßen, die wir haben, ist er der aussagekräftigste», sagt der Experte, der an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg lehrt. Im Einzelfall müssen aber auch andere Faktoren berücksichtigt werden. So haben ältere Menschen rein statistisch einen höheren BMI. Auch könne es sein, dass beispielsweise Sportler schon durch ihre Muskelmasse einen BMI über 25 erreichen.

Umgekehrt könnten auch Menschen mit einem nicht so hohen BMI gefährdet sein. So komme es beispielsweise bei einer leicht übergewichtigen Frau mit einem BMI über 25 darauf an, ob das Fett sich eher im Po- und Oberschenkelbereich oder am Bauch befindet. «Die Bauchfettmasse ist entscheidend», sagte Westenhöfer. Die dort stattfindenden Stoffwechselvorgänge begünstigten die Entwicklung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein erhöhtes Risiko haben laut Adipositas-Gesellschaft Frauen mit einem Taillenumfang ab 80 Zentimeter (cm) und Männer ab 94 cm. «Deutlich erhöht» ist das Risiko bei Frauen ab 88 cm und bei Männern ab einer Taillenweite von 102 cm. (dpa)

 
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