Der BMI ist laut Westenhöfer ein Richtwert, der sich gut für Studien eignet. «Von allen einfachen Maßen, die wir haben, ist er der aussagekräftigste», sagt der Experte, der an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg lehrt. Im Einzelfall müssen aber auch andere Faktoren berücksichtigt werden. So haben ältere Menschen rein statistisch einen höheren BMI. Auch könne es sein, dass beispielsweise Sportler schon durch ihre Muskelmasse einen BMI über 25 erreichen.Umgekehrt könnten auch Menschen mit einem nicht so hohen BMI gefährdet sein. So komme es beispielsweise bei einer leicht übergewichtigen Frau mit einem BMI über 25 darauf an, ob das Fett sich eher im Po- und Oberschenkelbereich oder am Bauch befindet. «Die Bauchfettmasse ist entscheidend», sagte Westenhöfer. Die dort stattfindenden Stoffwechselvorgänge begünstigten die Entwicklung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Ein erhöhtes Risiko haben laut Adipositas-Gesellschaft Frauen mit einem Taillenumfang ab 80 Zentimeter (cm) und Männer ab 94 cm. «Deutlich erhöht» ist das Risiko bei Frauen ab 88 cm und bei Männern ab einer Taillenweite von 102 cm. (dpa)