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Hessische Hängepartie lähmt Bundespolitik

28. Jan 2008 17:04
Auch für Kanzlerin Merkel und SPD-Chef Beck hat die Hessen-Wahl Auswirkungen
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Das knappe Ergebnis bei der hessischen Landtagswahl und der Wahlkampf in Hamburg blockieren die Arbeit der Regierung in Berlin. Der Koalitionsausschuss will sich erst wieder Ende Februar treffen.

In der Bundespolitik wird voraussichtlich noch etwa ein Monat vergehen, bevor die Große Koalition strittige Themen neu angeht. Das ging aus Äußerungen des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck am Montag in Berlin hervor.

Interview:
Beck sagte, nach den Urnengängen in Hessen und Niedersachsen gehe seine Partei nun «nahtlos in den Wahlkampf in Hamburg über». Das bedeute allerdings nicht, dass in Berlin nicht gearbeitet werden könne. «Das sind zwei Seiten derselben Medaille», betonte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident.

Thema: Landtagswahlen
Nach der Wahl in Hamburg werde es eine Sitzung des Koalitionsausschusses geben, und «Terminvereinbarungen laufen auch für andere Gespräche». Unter anderem ist eine Klausur der Fraktionsvorstände von CDU/CSU und SPD in Bonn für die letzte Februarwoche terminiert.

Die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel sagte, für die Arbeit in Berlin gelte: «Weitermachen und die Sachprobleme lösen.» Längerfristige Auswirkungen der Wahlen auf die Bundespolitik sehen Parteienforscher darin, dass es der Linken gelang, in die Parlamente zweier westlicher Flächenländer einzuziehen.

Thema: Wahlergebnisse
Merkel meinte, das Tätigkeitsfeld der amtierenden Bundesregierung in einem «nicht ganz einfachen Umfeld» sei nach wie vor ganz klar: «Arbeit für mehr Arbeitsplätze und damit auch für mehr Wohlstand und Teilhabe für alle.«

Die CSU sieht nach den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen Handlungsbedarf für die Große Koalition. Ihr Vorsitzender Erwin Huber forderte die Berliner Politiker auf, der Bildungspolitik einen höheren Stellenwert einzuräumen.

Lafontaine für andere Sozialpolitik

Der Vorsitzende der Partei, Oskar Lafontaine, forderte in Berlin, dass sich nach den Erfolgen seiner Partei die Koalition bei der Sozialpolitik auf die Linke zu bewegen müsse.

Mehr in der Netzeitung:
Der Politologe Frank Decker warf nach dem Einzug der Linken in die beiden Landesparlamente im Sender Phoenix die Frage auf, ob es «Rot-Grün oder Schwarz-Gelb in Berlin vielleicht nicht mehr geben kann». Er riet der FDP, ihre ablehnende Haltung gegenüber Regierungsbündnissen unter Einschluss anderer Parteien zu überdenken. Deckers Kollege Karl-Rudolf Korte meinte im ZDF, Beck werde es auf Dauer schwer haben, die Distanz zu den Linken aufrechtzuerhalten.

Wesentliche Verschiebungen in den Machtverhältnissen des Bundesrats ergeben sich nach den Wahlen nicht. Die Große Koalition wird dort künftig selbst dann noch über eine absolute Mehrheit verfügen, wenn CDU und SPD in Hessen kein Bündnis eingehen. Auf die fünf Stimmen, über die das CDU-regierte Hessen bislang im Bundesrat verfügte, kann die schwarz-rote Koalition dann zwar nicht mehr zählen, sie hätte aber immer noch 39 von 69 Stimmen in der Länderkammer. (AP)

Weitere Pressestimmen im O-Ton


 
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