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Hindenburg ebnete Hitler den Weg

29. Jan 2008 18:05
Paul von Hindenburg, Reichspräsident bis 1934
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Er ist eine Schlüsselfigur der deutschen Geschichte: Paul von Hindenburg, Militärlegende und Monarchist. Der Reichspräsident machte Hitler zum Reichskanzler – das Ende der Weimarer Republik war besiegelt.

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Es war seine einzigartige Militärkarriere, die Hindenburg zur Legende machte. Schon bei der siegreichen Schlacht von Königgrätz 1866 fällt der junge preußische Offizier durch seine Angriffslust auf. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 hält es ihn nicht im Ruhestand: Der überwältigende Sieg über die russische Armee macht ihn im August 1914 zum «Helden von Tannenberg». Gemeinsam mit General Erich Ludendorff übernimmt Hindenburg 1916 die Oberste Heeresleitung (OHL). Die Doppelspitze wird immer einflussreicher und zugleich zum Hoffnungsträger der deutschen Öffentlichkeit.

Thema: Hitlers Machtübernahme
Doch 1918 scheitert die von beiden verantwortete Frühjahrsoffensive. Der Krieg ist verloren. Vor dem Untersuchungsausschuss verbreitet Hindenburg die «Dolchstoßlegende»: Die deutschen Truppen seien «im Felde unbesiegt» gewesen, hätten aber von vaterlandslosen Zivilisten einen Dolchstoß in den Rücken erhalten. Diese Verschwörungstheorie ist ein kalkulierter Angriff auf die Sozialdemokraten, der das Klima in der jungen Demokratie vergiftet.

Nach dem Tod Friedrich Eberts 1925 wird Hindenburg als Kandidat der Konservativen und Rechten Reichspräsident. Zur Enttäuschung der Rechten ist er aber nicht bereit, die verhasste Republik zu beseitigen. Der alte Monarchist, der noch immer davon träumt, die Hohenzollern zurückzuholen, ist der republikanischen Verfassung treu.

Noch 1932 strafte Hindenburg Hitler mit Verachtung

Doch die Demokratie ist schwach: In der Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre geht Hindenburg dazu über, mittels seiner Notverordnungs-Kompetenzen am Parlament vorbei regieren zu lassen. Im Juni 1930 löst er den letzten Reichstag mit demokratischer Mehrheit auf. Die republikfeindlichen Parteien der Linken und Rechten werden nun immer stärker, die letzten drei Reichskanzler vor Hitler regieren nur noch mit Minderheitskabinetten. 1932 erringt Hindenburg seinen letzten Sieg: Rund zwei Drittel der deutschen Wähler stimmen für den Präsidenten – und damit gegen Hitler. Noch tönt der Präsident: Den von ihm verachteten «böhmischen Gefreiten» werde er nicht einmal zum Postminister machen.

Hitler
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Doch der Greis ist immer weniger Herr der Lage. Systematisch wird er von der Beraterclique um seinen intriganten Sohn Oskar abgeschirmt und desinformiert. In dem Glauben, Ex-Kanzler Schleicher plane für den nächsten Tag einen Staatsstreich, stimmt Hindenburg am 29. Januar 1933 der Vereidigung eines Kabinetts Hitler zu. Der alte Weltkriegs-Weggefährte Ludendorff, der für mehr als ein Jahrzehnt in der Bedeutungslosigkeit verschwunden war, protestiert: «Ich prophezeie Ihnen feierlich, dass dieser unselige Mann unser Reich in den Abgrund stürzen und unserer Nation unfassbares Elend bringen wird. Kommende Geschlechter werden Sie wegen dieser Handlung in Ihrem Grabe verfluchen.»

Der immer hinfälligere Hindenburg erfüllt Hitler nun jeden Willen: Er unterschreibt Reichstagsbrandverordnung und Ermächtigungsgesetz und ermöglicht damit die Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur. Beim inszenierten «Tag von Potsdam» am 21. März 1933 nimmt der 86-Jährige die Ehrerbietung von Reichskanzler Hitler entgegen – ein bedeutender Prestigegewinn für das NS-Regime. Das Elend, das Hitler über Deutschland bringt, erlebt Hindenburg nicht mehr. Er stirbt am 2. August 1934. (Von Matthias Armborst, AP/nz)

 
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