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Glos will Atomkraft als Wahlkampfthema

22. Jan 2008 14:31
Glos hält Atomkraftwerke für unverzichtbar
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Wirtschaftsminister Glos will die kommende Bundestagswahl zu einer Abstimmung über den Atomausstieg machen. Zur Sicherung der Energieversorgung führt für ihn kein Weg an Kohle und Atomkraft vorbei.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat längere Laufzeiten für die deutschen Kernkraftwerke gefordert und will die Atompolitik zum Thema im Bundestagswahlkampf 2009 machen. Über den Atomausstieg müsse bei der nächsten Wahl mit abgestimmt werden, sagte Glos am Dienstag auf einer Branchentagung in Berlin. In seiner Partei, der CSU, sehe er eine breite Mehrheit dafür, sagte der Minister.

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Ziel müsse es sein, die Ressentiments in der Bevölkerung zu bekämpfen. Glos verwies auf seinen eigenen Wahlkreis Schweinfurt, in dem ein Atomkraftwerk steht. In der Wählerschaft dort sehe er eine große Akzeptanz für diese Form der Energiegewinnung. «Wir müssen die Zusammenhänge von Arbeitsplätzen und preiswerter Energieversorgung darlegen.» Den unter der rot-grünen Vorgängerregierung gefassten Beschluss, aus der Kernkraft auszusteigen, nannte Glos «nicht durchdacht».

Er begrüßte den Ausbau erneuerbarer Energien, wies aber zugleich darauf hin, dass Wind- und Solarkraft nur unstetig Strom liefern können. «Erneuerbare Energien sind wichtig, aber nicht alles», sagte er. Selbst wenn im Jahr 2020 rund 30 Prozent des deutschen Energiebedarfs über regenerative Energie gedeckt würden, bleibe ein großer Rest. Zur Sicherung der «Grundlast» führe deshalb kein Weg an der Kohle und der Kernkraft vorbei, meinte der frühere Landesgruppenchef der CSU im Bundestag.

Notwendig seien zudem Fortschritte bei der jahrzehntelangen Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland. Besorgt äußerte sich Glos auch über den Widerstand der Bevölkerung in einigen Regionen gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke. Jeder müsse wissen, dass die Blockade hocheffizienter Neubauten dazu führe, dass alte Kraftwerke länger am Netz blieben. Dies könne sich negativ auf die Energiepreise, den Klimaschutz und die Versorgungssicherheit auswirken, warnte er.

Oettinger für längere Laufzeiten

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hat ebenfalls längere Laufzeiten für die Atomkraftwerke verlangt. Der CDU-Politiker sagte am Dienstag in Stuttgart: «Ohne eine Aufhebung der Laufzeitverkürzung vernichten wir Produktionskapital und machen zugleich unsere Bemühungen zur Vermeidung von Treibhausgasen zunichte.»

Die Landesregierung aus CDU und FDP gehe davon aus, dass durch eine Laufzeitverlängerung von zehn Jahren zusätzliche Mittel für Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Umfang von mindestens einer Milliarde Euro für Baden-Württemberg zur Verfügung stünden. Der Ministerpräsident betonte: «Dieser Betrag könnte dann in einen Baden-Württemberg-Fonds für erneuerbare Energien gestellt werden.»

Das Energiekonzept der baden-württembergischen Landesregierung sieht vor, dass im Jahr 2020 20 Prozent des Stroms aus erneuerbaren, 30 Prozent aus fossilen Energieträgern und 50 Prozent aus Atomkraft erzeugt werden. Bis zum Jahr 2020 solle die Energieproduktivität in Baden-Württemberg im Mittel um zwei Prozent pro Jahr gesteigert und der Primärenergieverbrauch um mindestens zehn Prozent gesenkt werden. (AP/dpa)

 
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