22. Jan 2008 14:31
Wirtschaftsminister Glos will die kommende Bundestagswahl zu einer Abstimmung über den Atomausstieg machen. Zur Sicherung der Energieversorgung führt für ihn kein Weg an Kohle und Atomkraft vorbei.
Ziel müsse es sein, die Ressentiments in der Bevölkerung zu bekämpfen. Glos verwies auf seinen eigenen Wahlkreis Schweinfurt, in dem ein Atomkraftwerk steht. In der Wählerschaft dort sehe er eine große Akzeptanz für diese Form der Energiegewinnung. «Wir müssen die Zusammenhänge von Arbeitsplätzen und preiswerter Energieversorgung darlegen.» Den unter der rot-grünen Vorgängerregierung gefassten Beschluss, aus der Kernkraft auszusteigen, nannte Glos «nicht durchdacht». Er begrüßte den Ausbau erneuerbarer Energien, wies aber zugleich darauf hin, dass Wind- und Solarkraft nur unstetig Strom liefern können. «Erneuerbare Energien sind wichtig, aber nicht alles», sagte er. Selbst wenn im Jahr 2020 rund 30 Prozent des deutschen Energiebedarfs über regenerative Energie gedeckt würden, bleibe ein großer Rest. Zur Sicherung der «Grundlast» führe deshalb kein Weg an der Kohle und der Kernkraft vorbei, meinte der frühere Landesgruppenchef der CSU im Bundestag.
Notwendig seien zudem Fortschritte bei der jahrzehntelangen Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland. Besorgt äußerte sich Glos auch über den Widerstand der Bevölkerung in einigen Regionen gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke. Jeder müsse wissen, dass die Blockade hocheffizienter Neubauten dazu führe, dass alte Kraftwerke länger am Netz blieben. Dies könne sich negativ auf die Energiepreise, den Klimaschutz und die Versorgungssicherheit auswirken, warnte er.