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Schäuble und Zypries wollen Zwist ausräumen

21. Jan 2008 15:19
Justizministerin Zypries rudert im Streit mit Schäuble zurück
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Vor kurzem gab es über die künftigen Kompetenzen des Bundeskriminalamts noch heftigen Streit zwischen dem Innenminister und der Justizministerin. Jetzt wollen beide aufeinander zugehen.

Nach ihrem Dissens über die künftigen Kompetenzen des Bundeskriminalamts wollen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) ihre Differenzen über das geplante BKA-Gesetz beilegen, sagte eine Sprecherin des Innenministers am Montag. Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ulrich Wilhelm, sagte zu dem öffentlich ausgetragenen Zwist zwischen Schäuble und Zypries, ein solcher Umgangston sei innerhalb der schwarz-roten Regierung nicht üblich und solle auch nicht üblich werden. Es sei jedoch richtig, sachliche Differenzen jetzt zu klären.

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Schäuble wirft Zypries vor, einen Entwurf zu dem neuen Gesetz vorzeitig veröffentlicht zu haben. «Dass man dieses Thema in einer Phase, wo wir noch auf Fachebene darüber diskutieren, durch gezielte Indiskretionen zu einer politischen Auseinandersetzung missbraucht, ist unanständig», hatte der CDU-Politiker der «Welt am Sonntag» gesagt. Zuvor war bereits ein Briefwechsel zwischen Schäuble und Zypries bekannt geworden, in dem beide einander heftige Vorwürfe machen.

Grüne für «schäublefreie Zonen»

Grünen-Chefin Claudia Roth sprach von einem «Kleinkrieg» beider Minister, der tiefstes Misstrauen zwischen ihnen dokumentiere. Der eigentliche Skandal sei aber der Inhalt von Schäubles Plänen. Kirchen, Anwaltskanzleien und Abgeordneten-Büros müssten «schäublefreie Zonen» bleiben, sagte sie. Laut Entwurf soll das BKA zur Terrorabwehr in bestimmten Gefahrenlagen auch Abgeordnete, Strafverteidiger und Geistliche abhören dürfen. Ein entsprechender Passus wurde auf Wunsch des Innenministeriums in den Entwurf des BKA-Gesetzes aufgenommen. Die SPD hatte umgehend Widerstand gegen die Pläne angemeldet. Die Ressortabstimmung über das BKA-Gesetz ist aber noch nicht abgeschlossen.

Der CDU-Innenexperte im Bundestag, Wolfgang Bosbach, forderte im Deutschlandradio Kultur, «dass wir einmal in Ruhe darüber diskutieren und dass wir nicht jetzt sofort wieder Herrn Schäuble unlautere Motive unterstellen». Der Staat müsse, wenn es um die Gefahrenabwehr gehe, eine Güterabwägung vornehmen zwischen dem Zeugnisverweigerungsrecht und der Schutzpflicht für das Leben. (AP)

 
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