SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wollte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) das Regierungsamt streitig machen. Fall sie es schaffen sollte, wollte Koch - laut bisherigen Ankündigungen - in die Opposition.
2003 holte er trotz der Affäre um schwarze Kassen der Hessen-CDU die absolute Mehrheit. Koch gilt als scharfzüngiger Polarisierer. Er selbst sieht sich als «konservativen Reformer». Selbst Gegner erkennen seine wirtschaftspolitische Kompetenz an. Mit Peer Steinbrück von der SPD handelte er Kompromisse vom Subventionsabbau bis zur Erbschaftsteuer aus. Koch, dessen Vater schon CDU-Minister in Hessen war, hat zwei Söhne. Gewinnt er, ist seine Position innerhalb der Union gefestigt. Immerhin gilt er als potenzieller Kanzlerkandidat. Verliert er die Wahl an die SPD, bleibt wohl nur ein Amt in Berlin als Alternative zur Regierungsmacht in Wiesbaden.Andrea Ypsilanti (SPD) wollte die hessische SPD nach dem 2003 erlittenen schlechtesten Ergebnis ihrer Geschichte zurück an die Macht führen. Zehn Tage vor der Wahl überrundete die 50-Jährige Koch in Umfragen nach der persönlichen Beliebtheit. Die Rüsselsheimer Arbeitertochter arbeitete als Stewardess und studierte dann Soziologie. Die SPD- Spitzenkandidatur musste sich die SPD-Landesvorsitzende in einem monatelangen Ringen erkämpfen. Seit 2007 führt sie auch die Landtagsfraktion.