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Wer in Hessen um die Macht kämpfte

Die beiden Spitzenkandidaten Koch (CDU) und Ypsilanti (SPD)
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SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wollte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) das Regierungsamt streitig machen. Fall sie es schaffen sollte, wollte Koch - laut bisherigen Ankündigungen - in die Opposition.

Roland Koch (CDU) wollte zum dritten Mal hessischer Ministerpräsident werden. Der 49-jährige Jurist aus Eschborn bei Frankfurt ist die beherrschende Figur der Landespolitik und zugleich stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender. Den Wahlsieg 1999 sicherte er sich mit einer umstrittenen Unterschriftenkampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft.

2003 holte er trotz der Affäre um schwarze Kassen der Hessen-CDU die absolute Mehrheit. Koch gilt als scharfzüngiger Polarisierer. Er selbst sieht sich als «konservativen Reformer». Selbst Gegner erkennen seine wirtschaftspolitische Kompetenz an. Mit Peer Steinbrück von der SPD handelte er Kompromisse vom Subventionsabbau bis zur Erbschaftsteuer aus. Koch, dessen Vater schon CDU-Minister in Hessen war, hat zwei Söhne. Gewinnt er, ist seine Position innerhalb der Union gefestigt. Immerhin gilt er als potenzieller Kanzlerkandidat. Verliert er die Wahl an die SPD, bleibt wohl nur ein Amt in Berlin als Alternative zur Regierungsmacht in Wiesbaden.

Andrea Ypsilanti (SPD) wollte die hessische SPD nach dem 2003 erlittenen schlechtesten Ergebnis ihrer Geschichte zurück an die Macht führen. Zehn Tage vor der Wahl überrundete die 50-Jährige Koch in Umfragen nach der persönlichen Beliebtheit. Die Rüsselsheimer Arbeitertochter arbeitete als Stewardess und studierte dann Soziologie. Die SPD- Spitzenkandidatur musste sich die SPD-Landesvorsitzende in einem monatelangen Ringen erkämpfen. Seit 2007 führt sie auch die Landtagsfraktion.

In der Partei zählt Ypsilanti zum linken Flügel. Den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ärgerte sie mit anhaltender Kritik an seiner «Agenda 2010». Ypsilanti lebt mit Partner, Sohn und einer zweiten Familie in einer Wohngemeinschaft am Frankfurter Stadtrand. (Fortsetzung unter der Grafik)


(Ergebnisse sind erst im Laufe des Wahlabends verfügbar)

Jörg-Uwe Hahn von der FDP ist ein Duz-Freund von Roland Koch und möchte mit dem Ministerpräsidenten künftig koalieren. Der 51-jährige Rechtsanwalt führt seit 1999 die FDP-Landtagsfraktion in Wiesbaden, seit 2005 auch die Landespartei. Trotz der Oppositionsrolle der FDP in der letzten Wahlperiode findet Hahn viele Gemeinsamkeiten mit den Christdemokraten, an denen ihn höchstens «zu viel Regulierung» stört.

Die Grünen traten in Hessen mit einem Führungsduo an. Kordula Schulz-Asche steht auf Platz eins der Liste. Die 51-jährige frühere Krankenschwester ist Ko-Landesparteichefin und Abgeordnete. Tarek Al-Wazir auf Platz zwei ist der starke Mann der Ökopartei. Der 37-jährige Politologe aus Offenbach, dessen Vater aus dem Jemen stammt, vereint als erster Grüner in Hessen den Vorsitz von Landespartei und Fraktion.

Willi von Ooyen war der Spitzenkandidat der Linken. Der 60-jährige Pädagoge leitet in Frankfurt eine Werkstatt für Behinderte. Darüber hinaus ist er als parteiloser Friedensaktivist und Ostermarsch- Organisierer bekannt. Van Ooyen ist für die Partei in Hessen der zweite Spitzenkandidat. Zunächst hatte sie das ehemalige DKP-Mitglied Pit Metz gewählt. Dieser musste sich aber auf Druck der Bundespartei und Teilen der Basis zurückziehen. (nz/dpa)

 
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