netzeitung.deOpposition tadelt Qualifizierungs-Initiative

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Der Opposition geht die Qualifizierungs-Initiative von Schavan nicht weit genug (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Opposition geht die Qualifizierungs-Initiative von Schavan nicht weit genug
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Mit einer Qualifizierungs-Initiative möchte die Bundesregierung die Ausbildung fördern. Grüne und Linke kritisierten im Bundestag das Vorhaben als «viel Lärm um wenig» und «Sonntagsrede».

Die Qualifizierungs-Initiative der Bundesregierung gegen den Fachkräftemangel wird nach Einschätzung von Grünen und Linken weitgehend wirkungslos verpuffen. Unter dem Strich seien die Pläne von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) und Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) «viel Lärm um herzlich wenig», sagte der Grünen-Bildungspolitiker Kai Gehring am Freitag im Bundestag.

Die Linke sprach von «Trippelschritten und Sonntagsreden», die junge Leute nicht weiterbrächten. Schavan verteidigte das Maßnahmenpaket von Bund und Ländern als «zentrales Reformwerk» der großen Koalition bis zur Wahl 2009.

Unter dem Motto «Aufstieg durch Bildung» sollen in den nächsten drei Jahren die frühkindliche Bildung verbessert, mehr Lehrstellen geschaffen und die Schulabbrecherquote verringert werden. So würden 80.000 der 230.000 Erzieherinnen weitergebildet: «Es ist viel in Bewegung bei denen, die in den Kindertagesstätten arbeiten», sagte Schavan.

Der Bonus setzt «Fehlanreize»
Gehring hält dieses Projekt für ein Täuschungsmanöver. Es werde nur ein Internetportal für die Erzieherinnen geben. Das ganze Paket sei ein wirrer Bauchladen von Modellversuchen, Pilotprojekten und Vorschlägen an die Länder. «Kaum eine einzige nachhaltige, strukturelle Reform findet sich darunter», kritisierte Gehring.

Der neue Arbeitsminister Scholz will vor allem junge Leute in Ausbildung bringen. «Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Jahr für Jahr ganze Hauptschulklassen keine Lehrstelle finden.» Alle Schüler hätten die Chance auf einen Azubi-Platz verdient, «auch die schlechten Schüler». Die Regierung will einen Ausbildungsbonus von bis zu 6000 Euro einführen. Den erhalten Firmen, die schwer vermittelbaren Jugendlichen eine Lehrstelle geben. Damit sollen 100.000 von knapp 400.000 Altbewerbern versorgt werden.

Die Grünen kritisierten, Betriebe, die jahrelang keine Jugendlichen ausgebildet hätten, würden jetzt auch noch mit einem Zuschuss belohnt. Auch die Arbeitgeber warnen, der Bonus setze «Fehlanreize». Die SPD wies auf besonders benachteiligte Schüler mit ausländischem Hintergrund hin. Sie hätten bei gleicher Qualifikation nur halb so große Chancen auf dem Ausbildungsmarkt wie ihre deutschen Schulkameraden. «Das ist ein gesellschaftlicher Skandal», sagte der SPD-Experte Jörg Tauss. Bund und Länder wollen im Herbst bei einem Qualifizierungsgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Strategien abstimmen. (dpa)