Gehring hält dieses Projekt für ein Täuschungsmanöver. Es werde nur ein Internetportal für die Erzieherinnen geben. Das ganze Paket sei ein wirrer Bauchladen von Modellversuchen, Pilotprojekten und Vorschlägen an die Länder. «Kaum eine einzige nachhaltige, strukturelle Reform findet sich darunter», kritisierte Gehring. Der neue Arbeitsminister Scholz will vor allem junge Leute in Ausbildung bringen. «Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Jahr für Jahr ganze Hauptschulklassen keine Lehrstelle finden.» Alle Schüler hätten die Chance auf einen Azubi-Platz verdient, «auch die schlechten Schüler». Die Regierung will einen Ausbildungsbonus von bis zu 6000 Euro einführen. Den erhalten Firmen, die schwer vermittelbaren Jugendlichen eine Lehrstelle geben. Damit sollen 100.000 von knapp 400.000 Altbewerbern versorgt werden.
Die Grünen kritisierten, Betriebe, die jahrelang keine Jugendlichen ausgebildet hätten, würden jetzt auch noch mit einem Zuschuss belohnt. Auch die Arbeitgeber warnen, der Bonus setze «Fehlanreize». Die SPD wies auf besonders benachteiligte Schüler mit ausländischem Hintergrund hin. Sie hätten bei gleicher Qualifikation nur halb so große Chancen auf dem Ausbildungsmarkt wie ihre deutschen Schulkameraden. «Das ist ein gesellschaftlicher Skandal», sagte der SPD-Experte Jörg Tauss. Bund und Länder wollen im Herbst bei einem Qualifizierungsgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Strategien abstimmen. (dpa)