Opposition tadelt Qualifizierungs-Initiative
18.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Unter dem Motto «Aufstieg durch Bildung» sollen in den nächsten drei Jahren die frühkindliche Bildung verbessert, mehr Lehrstellen geschaffen und die Schulabbrecherquote verringert werden. So würden 80.000 der 230.000 Erzieherinnen weitergebildet: «Es ist viel in Bewegung bei denen, die in den Kindertagesstätten arbeiten», sagte Schavan.
Der neue Arbeitsminister Scholz will vor allem junge Leute in Ausbildung bringen. «Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Jahr für Jahr ganze Hauptschulklassen keine Lehrstelle finden.» Alle Schüler hätten die Chance auf einen Azubi-Platz verdient, «auch die schlechten Schüler». Die Regierung will einen Ausbildungsbonus von bis zu 6000 Euro einführen. Den erhalten Firmen, die schwer vermittelbaren Jugendlichen eine Lehrstelle geben. Damit sollen 100.000 von knapp 400.000 Altbewerbern versorgt werden.
Die Grünen kritisierten, Betriebe, die jahrelang keine Jugendlichen ausgebildet hätten, würden jetzt auch noch mit einem Zuschuss belohnt. Auch die Arbeitgeber warnen, der Bonus setze «Fehlanreize». Die SPD wies auf besonders benachteiligte Schüler mit ausländischem Hintergrund hin. Sie hätten bei gleicher Qualifikation nur halb so große Chancen auf dem Ausbildungsmarkt wie ihre deutschen Schulkameraden. «Das ist ein gesellschaftlicher Skandal», sagte der SPD-Experte Jörg Tauss. Bund und Länder wollen im Herbst bei einem Qualifizierungsgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Strategien abstimmen. (dpa)

