17.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Stasi-Akten
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach einem Rückgang der Anträge fragen wieder mehr Menschen nach den über sie beim Spitzeldienst der DDR angelegten Papiere. Doch Personalabbau in der Birthler-Behörde droht die Wartezeiten zu verlängern.
Das Interesse an den Stasi-Akten nimmt wieder zu. Nach einem Einbruch vor drei Jahren stieg 2007 stieg die Zahl der privaten Anträge auf Akteneinsicht um 4,6 Prozent auf 101.521 der höchste Stand seit sechs Jahren, wie die Bundesbeauftragte Marianne Birthler sagte. Dabei hätten mehr als 60 Prozent der Antragsteller 2007 das erste Mal nach ihren Akten gefragt, um die über sie angelegte Papiere des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zu sehen.
Auch Wissenschaftler und Journalisten forderten im Vergleich zum Vorjahr häufiger Unterlagen an: Die Zahl ihrer Anträge stieg um vier Prozent auf 1387. Das seien für die Behörde «die allergrößten Brocken» das Bearbeiten dieser Anträge ist sehrt personalintensiv.
«Das Interesse an der DDR-Geschichte ist nach wie vor sehr groß», kommentierte Birthler die Zahlen. «In manchen Bereichen hat es spürbar zugenommen.»
Die Behörde öffnete die Stasi-Akten Anfang 1992 für Privatpersonen. In den ersten beiden Jahren stellten Interessenten mehr als 680.000 Anträge auf Einsicht. Danach sank das Interesse zunächst deutlich: 2005 wollten nur noch rund 81.000 Bürger ihre Akten sehen. Seit 2006 verzeichnet die Behörde wieder eine Zunahme der Anträge.
Nicht länger als ein Jahr wartenBirthler bewertete die Entwicklung positiv, wies aber darauf hin, dass der Personalabbau in der Behörde zu Wartezeiten bei der Akteneinsicht führen könne. «Unser Ziel ist, dass niemand länger als ein Jahr auf die Akteneinsicht warten muss.» Das sei aber nicht immer möglich.
Die Mitarbeiterzahl in der Stasi-Akten-Behörde ist seit Anfang der 90er Jahre von 3200 auf jetzt 1917 gesunken der Stellenabbau war seit Gründung eingeplant. Im Jahr 2010 sollen es nur noch 1600 sein. (nz/dpa)