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SPD fordert starke Hand von Merkel

15. Jan 2008 11:22
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil lehnt das Ultimatum der CDU ab
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Im Streit um die Verschärfung des Jugendstrafrechts weist die SPD eine Frist des Koalitionspartners zur Verständigung zurück und fordert CDU-Chefin Merkel auf, in ihrer Partei für Vernunft zu sorgen.

Die SPD hat die Frist der CDU für eine Verständigung über ein schärferes Jugendstrafrecht zurückgewiesen. «Wir haben Verantwortung für Deutschland zu tragen», sagte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil am Dienstag dem Nachrichtensender n-tv. «Insofern stellt man sich als Koalitionspartner keine Ultimaten.» Er forderte, Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse als CDU-Chefin dafür sorgen, «dass in der Union wieder Vernunft herrscht».

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Die CDU hatte die SPD am Vortag aufgefordert, bis zu den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen am 27. Januar zu sagen, ob sie eine Rechtsverschärfung mittragen will. SPD-Chef Kurt Beck hat schärfere Gesetze abgelehnt. Merkel will sich am Dienstagmittag vor der Bundespressekonferenz zu aktuellen Themen äußern. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte im Deutschlandradio, die Kanzlerin werde deutlich machen, dass sie weiter Reformbedarf sehe und dass die große Koalition bis 2009 halte.

Pofalla warf der SPD Blockade vor: «Wir brauchen Veränderungen beim Jugendstrafrecht, und darüber wird in dieser Woche in Berlin zu reden sein.» Der CDU-Generalsekretär distanzierte sich erneut vom Vorstoß des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) zur Anwendung des Jugendstrafrechts auch bei Kindern. «Die Interviews gibt immer noch Roland Koch.» Der Wiesbadener Regierungschef hatte seine Äußerungen nach Widerstand der CDU-Spitze am Montag relativiert.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, warf Koch «skandalöse Ausbeutung einer schweren Straftat» zu Wahlkampfzwecken vor. «Ich sehe nicht, dass die Union und Herr Koch derzeit seriös diskutieren wollen», sagte er der «Berliner Zeitung».

Die Union will nach den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen die Bekämpfung der Jugendkriminalität zum Schwerpunktthema ihrer Politik in diesem Jahr machen. Die Frage bleibe auch nach dem 27. Januar auf der Tagesordnung, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Norbert Röttgen (CDU), am Dienstag in Berlin. Er blieb dabei, dass sich der Staat um die Frage kümmern müsse, wie mit Kindern unter 14 Jahren umgegangen werden muss, die Straftaten begehen. (nz/dpa)

 
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