Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) äußerte sich indes besorgt über den Zustand der großen Koalition. «Ich verhehle nicht, dass mir manche Äußerung unseres Koalitionspartners etwas Sorge bereitet», schrieb der CDU-Politiker laut «Welt am Sonntag» in seinem Neujahrsbrief an die Mitglieder der Unions- Fraktion. Trotz der Landtagswahlkämpfe habe er bislang den Eindruck gehabt, dass die SPD zur großen Koalition stehe. «Leider drängt sich dieser Eindruck derzeit nicht mehr auf.» Unterdessen wurden auch wieder schwarz-grüne Optionen vor allem mit Blick auf die Hamburg-Wahl im Februar ins Spiel gebracht, wo sich Regierungschef Ole von Beust (CDU) ein entsprechendes Bündnis vorstellen kann. «Hamburg als Stadtstaat und Stadt mit einer bürgerlichen Mitte bis weit in die Grünen-Wählerschaft hinein ist ein reizvoller Ort für die Option Schwarz-Grün», sagte die CDU- Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner dem «Focus».
FDP-Chef Guido Westerwelle sah in der Online-Ausgabe des «Weser Kurier» das Werben für Schwarz-Grün nicht als Gefahr für die FDP, als Partner der CDU überflüssig zu werden. «Im Gegenteil, das ist ein Grund für viele Wähler der bürgerlichen Mitte, FDP zu wählen, denn Schwarz-Grün wäre ja von den Ergebnissen her nichts anderes als Rot- Grün.» Grünen-Chefin Claudia Roth machte in der Hannoverschen «Neuen Presse» (Samstag) deutlich, dass es mit der Union zu wenig inhaltliche Gemeinsamkeiten gebe. (dpa)