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Hinweise auf Terrorplan in Deutschland

12. Jan 2008 15:47
Motiv Rache für Youssef El H.
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Deutsche Sicherheitsbehördern gehen Hinweisen auf einen Anschlag in Berlin nach. Im Libanon wurde ein Syrer mit Kontakten zu Al Qaeda festgenommen. Offenbar geht es um Rache.

Deutschen Sicherheitsbehörden liegt offenbar ein Hinweis auf einen geplanten Terroranschlag in Deutschland vor. Al Qaeda-Anhänger sollen demnach wegen der Fahndungserfolge gegen Terroristen einen Vergeltungsschlag in Berlin planen, berichtete das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab. Auch der «Focus» meldete, die Bundesanwaltschaft habe ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Mehr in der Netzeitung:
  • Die Chronologie der Kofferbomber-Fahndung 20. Aug 2006 13:50, ergänzt 18. Dez 2007 11:25
  • Die Terrorverdächtigen: Daniel S. 07. Sep 2007 11:08
  • Die Terrorverdächtigen: Adem Y. 07. Sep 2007 11:01
  • Das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigte, dass es einen Hinweis aus dem Libanon gebe. Deutschland sei Teil des weltweiten Gefahrenraumes, hieß es dort allgemein. Der Hinweis sei an die betroffenen Stellen weitergeleitet worden. Die Bundesanwaltschaft gab keinen Kommentar ab. Auch das nach dem Bericht selbst bedrohte Justizministerium äußerte sich nicht direkt zu den Ermittlungen. Eine Sprecherin sagte aber auf Anfrage, dass der Vorgang bekannt sei. Es seien Vorkehrungen getroffen worden, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.

    Libanon bestätigt Festnahme eines Syrers

    Der Libanon bestätigte inzwischen der Nachrichtenagentur AP die Festnahme eines Mannes. Dieser habe bei der deutschen Botschaft in Beirut angerufen und die Drohung ausgesprochen, berichtete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen ranghohen Polizeibeamten in Beirut. Der Syrer wurde demnach bereits am Donnerstag gefasst und damit zwei Tage nach der Drohung. Der Polizei zufolge gestand der Mann den Anruf sowie Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Qaeda. Seine genauen Kontakte und das Motiv seien Gegenstand der Ermittlungen, sagte der libanesische Behördensprecher.

    Die Informationen des «Focus» decken sich bis dahin weitgehend mit denen der Agentur. Das Magazin meldete zudem, der Mann habe gesagt, ein Deutschtürke, ein Saudiaraber und ein Australier hielten sich in Deutschland auf. Sie wollten einen Anschlag auf das Justizministerium oder andere Justizbehörden verüben, um die Verurteilung von Al-Qaeda-Mitgliedern in Deutschland zu rächen, so die weiteren Informationen des Nachrichtenmagazins. Sprengstoff befinde sich bereits im Land.

    Motiv: Rache wegen deutscher Fahndungserfolge

    Dem «Spiegel» zufolge sollen die Festnahme der Gruppe um den deutschen Konvertiten Fritz G. im September 2007 im Sauerland und der Prozess gegen den mutmaßlichen Kofferbomber Youssef E.H. die Fahndungserfolge sein, die nun möglicherweise zum Motiv weiterer Terrorplanungen wurden. Nach den Informationen des Blattes soll ein Lastwagen über Russland und Finnland mit bis zu einer Tonne Sprengstoff auf dem Weg nach Rostock sein. Das BKA riet laut «Spiegel» den betroffenen Einrichtungen, die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen.

    Ermittlungen zufolge plante die Gruppe um Fritz G. massive Bombenanschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland. Die insgesamt vier inhaftierten Verdächtigen sollen Mitglieder der terroristischen Islamischen Dschihad-Union sein, die Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Qaeda unterhält. Der Kofferbomber-Prozess läuft derzeit vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Dabei muss sich der mutmaßlichen Terrorist E.H. wegen der vereitelten Anschläge auf Regionalzüge im Sommer 2006 verantworten. Der Mann wurde bereits im Libanon in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Komplize Jihad Hamad muss nach dem Urteil des Gerichtes in Beirut für zwölf Jahre in Haft. Er hatte sich nach der Tat in sein Heimatland abgesetzt und sich später den Behörden gestellt. (dpa/AP)

     
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