11. Jan 2008 07:02
Die CSU ist nach dem Abgang von Ex-Chef Stoiber von der Krawallecke zur Sachlichkeit unterwegs. Der Schulterschluss des neuen Spitzenduos verhindert jedoch, dass eine Kernbotschaft hörbar wird, meint
.
Wie sich nach der Klausur der CSU-Landesgruppe im bayerischen Wildbad Kreuth zeigt, verhindert der konsensträchtige Schulterschluss des Spitzenduos aber auch, dass eine Kernbotschaft hörbar wird. Härtere Maßnahmen gegen gewaltkriminelle Ausländer, Steuersenkungen, mehr Kindergeld – im Tagungshaus der Hanns-Seidel-Stiftung hat kaum einem Thema herausragende Bedeutung erlangt. Denn der für den zeitweiligen unionsinternen Zwist verantwortliche Solist Stoiber ist seit seinem Abtritt im September nur noch Gast. Die Dissonanzen im Duo Stoiber-Merkel sind stiller Harmonie gewichen.
Huber kommuniziert anders, vor allem in Bayern. Unter dem Einzelkämpfer Stoiber blieb der Landtagsfraktion nur das Abnicken. Die politischen Linien gab die Staatskanzlei und damit der Ministerpräsident vor. Erst nach 2005, als sich Stoiber inmitten der Regierungsbildung in Berlin vom Beinahe-Ministeramt zurückzog, schenkte der damalige CSU-Chef seinen Abgeordneten wieder mehr Aufmerksamkeit.