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Grüne sagen der Großen Koalition den Kampf an

09. Jan 2008 19:38
Renate Künast greift an
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Die Grünen wollen 2009 wieder die dritte Kraft im Bundestag werden - trotz einer Forderung nach höheren Steuern für neue Sozialleistungen.

Die Grünen im Bundestag haben der Regierung Merkel einen harten Kampf angesagt und wollen 2009 als drittstärkste Kraft ins Parlament einziehen. Zu Beginn einer zweitägigen Fraktionsklausur sagte die Vorsitzende Renate Künast am Mittwoch in Wörlitz, schon bei den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen in gut zwei Wochen seien Zuwächse in Sicht; dies sei ein Signal auch für den Bund.

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Zur Finanzierung ihrer Sozialpolitik forderten die Grünen eine höhere Einkommensteuer für Gutverdiener. Gegen die Vorratsdatenspeicherung kündigten sie eine Verfassungsklage an. Der geplante Aufstieg der bisher mit 51 Abgeordneten kleinsten Oppositionspartei zur dritten Kraft ist gemäß einem Grundsatzpapier der Fraktion «gut für die Opposition und noch besser für unsere Chancen auf eine Regierungsbeteiligung». Die Bürgerschaftswahl in Hamburg biete die Chance zum Machtwechsel von der CDU-Alleinregierung zu Rot-Grün. Die Absage an die von Bürgermeister Ole von Beust erwogene Schwarz-Grün-Option klang indes eher formell.

«Merkel ist nicht Richtungsgeberin»

Das Papier enthält massive Angriffe auf Bundeskanzlerin Angela Merkel, weil sie ihre Richtlinienkompetenz vernachlässige: «Sie war und ist nicht Richtungsgeberin», heißt es darin. Attacken auf die SPD sind in allgemeinen Angriffen auf die Koalition versteckt. Merkel regiere, indem sie Mehrheiten in der eigenen Partei und in den Lobbygruppen der Wirtschaft sondiere. Gerade beim Klimaschutz werde dies deutlich. Die angepeilte CO2-Reduzierung um 40 Prozent bis 2020 werde mit dem geplanten Bau neuer Kohlekraftwerke nicht erreicht. Stromnetze sollten zu Lasten der Verbraucher bei den Konzernen bleiben und in Brüssel betätige sich die große Koalition als Speerspitze deutscher Autokonzerne.

Zur Finanzierung ihrer Sozialprogramme soll nach Meinung der Grünen der Spitzensatz der Einkommensteuer um drei Punkte auf 45 Prozent steigen. Die Erbschaftsteuer auf größere Erbschaften müsse ebenfalls erhöht werden, hieß es. Soziale Leistungen auf Pump lehnte die Fraktion ab.

Abbau «verfehlter Subventionen»

Neben den Steuererhöhungen verlangen die Grünen den «Abbau von verfehlten Subventionierungen wie das Ehegattensplitting» sowie einen gerechteren und effektiveren Steuervollzug durch die Schaffung einer Bundesverwaltung. Zur Erläuterung ihrer Forderungen erklärten die Grünen: «Wir gehören nicht zu denjenigen, die nach mehr Bildung und sozialer Gerechtigkeit rufen, und die dann so tun, als könne man das mit Steuersenkungen finanzieren.»

Bereits im November hatten sich die Grünen auf ihrem Nürnberger Parteitag für eine «bedarfsorientierte Grundsicherung» statt eines bedingungslosen Grundeinkommens entschieden. Union und FDP kritisierten damals die sozialpolitischen Forderungen der Grünen als unfinanzierbar. «Soziale Gerechtigkeit und Politik für Kinder» ist eines von fünf Schlüsselkapiteln in dem Grundsatzpapier für die Arbeit der Fraktion. Dabei wird dem Kampf gegen Kinderarmut Schwerpunktcharakter zugewiesen. (AP)

 
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