09. Jan 2008 16:55
Hamburgs Bürgermeister von Beust zeigt sich unbeeindruckt von der Absage der Grünen an schwarz-grüne Koalitionen. Er würde nämlich nur ungern mit der SPD koalieren.
Grünen-Spitzenpolitiker hatten von Beust in den vergangenen Tagen eine Absage erteilt und ihm Nervosität wegen sinkender Umfragewerte für die CDU vorgehalten. «Ich kann nachvollziehen, dass manche Grüne öffentlich vor dieser Diskussion Angst haben», sagte der CDU-Politiker. «Sie fürchten, dass ein Teil ihrer Wähler zur Linkspartei abwandert.» Von Beust verteidigte zudem den Wahlkampf des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) in Sachen Jugendstrafrecht. «Roland Koch hat die Erfahrung gemacht, dass er mit der Polarisierung bis weit hinein in das SPD-Milieu Erfolge für die CDU erzielen kann.» Er machte allerdings deutlich, den hessischen Wahlkampf nicht kopieren zu wollen. «Ich schätze Roland Koch sehr, ein hochintelligenter Politiker. Aber jeder hat seinen Stil. Wir gehen unseren eigenen Weg in Hamburg.»
Die Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, Krista Sager, sagte, die Überlegungen des Bürgermeisters seien aus der Not geboren, «weil er in der Tat nicht mehr daran glaubt, dass er die absolute Mehrheit noch mal kriegen kann». Die Grünen wollten Rot-Grün für Hamburg, sagte sie «stern.de». Der Wochenzeitung «Rheinischer Merkur» sagte die Hamburger Abgeordnete, wenn es dafür nicht reiche, «werden wir Gespräche mit der Union nicht verweigern». Ein bundespolitisches Signal sieht Sager in einem Hamburger schwarz-grünen Bündnis nicht. «Das wäre zu hoch gegriffen. Wir sind letztlich nur ein Stadtstaat.»