Von Beust will trotz Absage Schwarz-Grün
09.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Von Beust verteidigte zudem den Wahlkampf des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) in Sachen Jugendstrafrecht. «Roland Koch hat die Erfahrung gemacht, dass er mit der Polarisierung bis weit hinein in das SPD-Milieu Erfolge für die CDU erzielen kann.» Er machte allerdings deutlich, den hessischen Wahlkampf nicht kopieren zu wollen. «Ich schätze Roland Koch sehr, ein hochintelligenter Politiker. Aber jeder hat seinen Stil. Wir gehen unseren eigenen Weg in Hamburg.»
Die Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, Krista Sager, sagte, die Überlegungen des Bürgermeisters seien aus der Not geboren, «weil er in der Tat nicht mehr daran glaubt, dass er die absolute Mehrheit noch mal kriegen kann». Die Grünen wollten Rot-Grün für Hamburg, sagte sie «stern.de». Der Wochenzeitung «Rheinischer Merkur» sagte die Hamburger Abgeordnete, wenn es dafür nicht reiche, «werden wir Gespräche mit der Union nicht verweigern». Ein bundespolitisches Signal sieht Sager in einem Hamburger schwarz-grünen Bündnis nicht. «Das wäre zu hoch gegriffen. Wir sind letztlich nur ein Stadtstaat.»
Somit bliebe bei einem Scheitern der FDP für Bürgermeister von Beust nur noch Schwarz-Grün oder eine große Koalition mit der SPD. «Im Bund mussten wir sie machen, es gab keine andere Möglichkeit», sagte von Beust. Für Hamburg halte er aber nicht sonderlich viel davon. «Hier hat die SPD 44 Jahre lang regiert, da ist noch sehr viel Sozialdemokratie in allen Bereichen, regieren würde dadurch nicht leichter. Auch das muss man bedenken.» (AP/dpa)

