Ähnlich äußerte sich Werner von Greenpeace Energy. Das Geld des Kunden lande nicht bei sauberen Kraftwerken. Im Grunde gehe es bei der RECS-Problematik um die Frage, was glaubwürdiger Ökostrom sei. Sein Unternehmen lehne dieses System ab. Thorben Becker vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) äußerte sich zurückhaltender. Zwar sehe er nicht, wo der Sinn einer solchen Praxis liege. Besser seien direkte Lieferverträge von Anbietern mit den Produzenten erneuerbarer Energien, sagte er der AP. Doch wäre das System im Grunde in Ordnung, wenn es denn wirklich funktioniere. Einige Produzenten etwa von Strom aus Wasserkraft in Norwegen oder Frankreich hielten sich aber nicht an die Vorgabe, ihren Kunden nach dem Verkauf eines Zertifikats auch darüber zu informieren, dass sie nicht mehr das Recht hätten, ihren Strom als Ökostrom zu bezeichnen. Kasper kritisierte laut «Spiegel», das RECS mache Angebote erst möglich, bei denen angeblich auf einen Schlag ganze Städte komplett mit Ökostrom versorgt werden - «auf dem Papier, ohne dass auch nur eine zusätzliche Kilowattstunde davon erzeugt wird». Das Nachrichtenmagazin nannte als Beispiel die Stadtwerke Kassel. Diese werben damit, dass seit November alle Kasseler Haushalte sauberen Naturstrom erhalten. «Als erste Großstadt in ganz Deutschland ist Kassel jetzt Vorreiter für umweltgerechte Stromerzeugung», heißt es auf deren Homepage. «Etliche Versorger ziehen derzeit nach», schrieb das Nachrichtenmagazin. Mitglieder des RECS sind nach Angaben auf dessen Homepage unter anderem Tochterfirmen der großen Energiekonzerne RWE, E.ON und Vattenfall. (AP)