29. Dez 2007 14:18
Der bislang größte Fall von Kinderpornografie in Deutschland hat für viele verdächtigen Internet-Nutzer angeblich keine Konsequenzen. Ein Ermittler kritisierte den «irren Verwaltungsaufwand».
Der Kölner Oberstaatsanwalt Rainer Wolf erklärte demnach, dass von den rund 500 Verdachtsfällen, die der Kölner Behörde aus der Hauptstadt zur Bearbeitung gemeldet wurden, «allenfalls eine Handvoll» weiterverfolgt würden. Die anderen Fälle hätten sofort eingestellt werden müssen. Viele der gemeldeten Nutzer seien nach den vorliegenden Erkenntnissen nur für Sekunden und daher möglicherweise aus Versehen auf die ins Visier geratene Kinderporno-Seite im Internet geraten, erklärte die Dortmunder Oberstaatsanwältin Ina Holznagel den Angaben zufolge. Es sei fraglich, ob die Zeit überhaupt ausgereicht habe, sich Dateien auf den eigenen Computer zu laden. Die Operation «Himmel» habe einen «irren Verwaltungsaufwand für fast gar nichts produziert», kritisierte laut «Spiegel» ein Strafermittler aus Westfalen.Im bislang größten Kinderpornografie-Fall in Deutschland ermitteln die Behörden bundesweit gegen 12.000 Verdächtige. Außerdem sind Internetnutzer in weiteren 70 Ländern im Visier der Ermittler, wie der zuständige Oberstaatsanwalt Peter Vogt aus Halle sagte. Aufmerksam wurden sie über einen Berliner Internetdienstleister, der einen auffälligen Datenverkehr feststellte und bereits zu Beginn des Jahres die Polizei einschaltete. Die sogenannte Operation «Himmel» ist den Behörden zufolge noch nicht abgeschlossen. (AP)