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«Heuchelei» bei Stammzellenforschung

25. Dez 2007 13:05
Bischof Algermissen
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Stammzellen, Abtreibung, Sterbehilfe - Deutschland lebt seit Jahren mit Kompromissen. Nun erinnert ein Kirchenvertreter an die Widersprüchlichkeit der von Politik und Gesellschaft beschrittenen Mittelwege.


Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hat in seiner Weihnachtspredigt Wissenschaftlern und politischen Parteien einen heuchlerischen Umgang mit der embryonalen Stammzellenforschung vorgeworfen. Forscher dürften zwar mit Stammzellen arbeiten, aber nur mit importierten, die älter als sechs Jahre seien. Dadurch bleibe es anderen Ländern überlassen, den Streit um den Umgang mit menschlichen Embryonen zu führen, die zu Forschungszwecken getötet würden, sagte Algermissen bei einem festlichen Gottesdienst im Dom. Bisher dürfen deutsche Forscher nur solche Stammzelllinien importieren und verwenden, die vor dem Stichtag am 1. Januar 2002 entstanden sind. Ihnen drohen Strafen, wenn sie sich an Forschungsprojekten an jüngeren Zellen im Ausland beteiligen.

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«Wir leisten uns rechtliche Konstruktionen, die zur Heuchelei zwingen: Da ist die Abtreibung ungeborener Kinder, die zwar illegal, aber dennoch straffrei ist. Ein Widerspruch in sich selbst. Da ist die aktive Sterbehilfe noch verboten, aber doch schon Praxis», sagte Algermissen. Mit der verbrauchenden Embryonenforschung, so der Oberhirte des Bistums, sei die grundlegende Frage nach dem moralischen Status und der Schutzwürdigung menschlicher Embryonen verbunden. Aber diese Frage werde von der Wissenschaft und Politik verdrängt.

Forschung an embryonalen Stammzellen
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In der deutschen Politik ist der Stichtag für embryonale Stammzellen umstritten. Die CDU hatte auf ihrem Parteitag in Hannover vor wenigen Wochen beschlossen, den Umgang mit embryonalen Stammzellen zu lockern und den Stichtags für den Import solcher Zellen zu verschieben. Damit wäre die Forschung an neueren Stammzelllinien auch in der Bundesrepublik möglich. Obwohl Wissenschaftler aus Japan und den USA vor Kurzem einen Weg fanden, die in der Medizin so begehrten, aber ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen möglicherweise zu ersetzen, hält Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) eine Verschiebung des Stichtages im Stammzellgesetz für verantwortbar. Die Kirchen hatten die Christdemokraten dafür heftig kritisiert. (nz/dpa)
 
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