netzeitung.deKöhler sieht Ältere zu wenig gewürdigt

 Herausgeber: netzeitung.de

Bundespräsident Köhler (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundespräsident Köhler
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zu viele der Erfahrenen würden dagegen aufs Altenteil abgeschoben. Auch die Kanzlerin zog Bilanz: Elterngeld, Jobs, Reformen - die Regierungschefin ist mit sich und der Großen Koalition zufrieden.

Ein neues Miteinander von Jung und Alt hat Bundespräsident Horst Köhler gefordert. In seiner Weihnachtsansprache hebt das Staatoberhaupt hervor, dass die Allgemeinheit die Leistungsbereitschaft von Senioren für die Gesellschaft noch immer nicht ausreichend würdige.

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zog Bilanz: Zu den wichtigsten Errungenschaften der großen Koalition zählt sie in ihrer Weihnachtsbotschaft das Elterngeld, den nationalen Integrationsplan und die Beschlüsse zur Verbesserung der Kinderbetreuung.

Köhler sagte, mit der gestiegenen Lebenszeit, die sich in den vergangenen hundert Jahren um 30 Jahre verlängert habe, werde «noch nicht achtsam genug» umgegangen. «Da werden immer noch Menschen aufs Altenteil abgeschoben, die viel können, die viel Erfahrung haben auch noch viel Kraft».

Sorgen geringer geworden
Köhler nannte Beispiele von Senioren, die sich in der Hausaufgabenhilfe, als Benimm-Experten, als Helfer für Unternehmensgründer oder als Entwicklungshelfer engagierten. Es müsse eine bessere Verknüpfung zwischen der Erfahrung und Gelassenheit der Älteren «mit dem Ungestüm und der Neugier der Jugend» geben. Er sprach von einem ein Schatz, der allen zugute komme und den jeder mehren könne.

Merkel sagte in ihrer am Wochenende im Internet veröffentlichten Video-Rückschau, an erster Stelle des Erreichten stehe die Schaffung neuer Ausbildungs- und Arbeitsplätze. «Für viele ist auch die Sorge, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, ein Stück weit geringer geworden», betonte Merkel.

Um diese Entwicklung fortzuführen, hält sie Schritte wie die Reform der Unternehmens- und Erbschaftssteuern für wichtig. Als weitere Schwerpunkte der künftigen Politik nannte die Kanzlerin Forschung und Entwicklung.

In der Außenpolitik verbuchte Merkel die Unterzeichnung des EU-Reformvertrags und die Fortschritte beim Klimaschutz als Erfolge. «Aber hier werden wir noch viel Arbeit vor uns haben, um alle Menschen auf der Welt zu überzeugen, dass der Schutz unseres Klimas und eine sichere Energieversorgung die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind», sagte die CDU-Vorsitzende. (nz/AP)