SPD will Wahlen zu Mindestlohn-Votum machen
23.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
SPD-Parteichef Kurt Beck betonte bei dem Thema die Unterschiede zur Union: Es sei richtig von Kanzlerin Angela Merkel gewesen, das Thema anzusprechen, sagte der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Dann fügte er an: «Wer den Mund spitzt, sollte allerdings auch den Mut haben zu pfeifen.»
Skeptisch äußerte sich CSU-Chef Erwin Huber. Seine Partei halte sich die Möglichkeit offen, von den Tarifpartnern beantragte Mindestlöhne abzulehnen, sagte er der «Berliner Zeitung». Bis Ende März könnten einzelne Branchen einen Mindestlohn beantragen, die Politik werde die Anträge auf Aufnahme in das Entsendegesetz prüfen. «Das bedeutet aber nicht, dass wir automatisch zustimmen», betonte Huber. «Wir werden die wirtschaftlichen Auswirkungen genau unter die Lupe nehmen.»
FDP-Chef Guido Westerwelle forderte Unionsmitglieder offen zum Übertritt zu den Liberalen auf. «Wer für soziale Marktwirtschaft ist, hat nur noch uns», schrieb er in einem Gastbeitrag der «Bild am Sonntag». Die Linkspartei begrüßte die Initiative. «Die SPD ist gut beraten, wenn sie eine soziale Forderung der Linkspartei übernimmt», erklärte die stellvertretende Fraktionschefin Petra Pau.
In Hessen und Niedersachsen werden am 27. Januar neue Landtage gewählt. In beiden Ländern regieren mit Roland Koch und Christian Wulff CDU-Politiker. In Hessen muss Ministerpräsident Roland Koch um eine bürgerlicher Mehrheit bangen, nachdem ihn die Wähler 2003 noch eine absolute Mehrheit beschert hatten.
Zu einer Ironie der Geschichte könnte es werden, dass Koch selbst mit einer Unterschriftenkampagne zum ersten Mal ins Amt gewählt wurde. 1999 ließ er gegen die doppelte Staatsbürgerschaft unterschreiben. (dpa)

