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Studie outet Muslime als gewaltbereit

20. Dez 2007 13:42, ergänzt 14:33
Wichtiges Mittel, um Gewaltbereitschaft zu senken: Integration
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Mehr als 44 Prozent der Muslime in Deutschland meinen, dass sie ins Paradies kommen, wenn sie im bewaffneten Kampf für den Glauben sterben. Nun beginnt die Interpretation der Forschungsergebnisse.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble kann sich mit seinem Warnungen vor dem «homegrown terrorism» bestätigt fühlen: Bei einer Bedrohung des Islams durch den Westen halten knapp 40 Prozent der Muslime in Deutschland die Anwendung von Gewalt für gerechtfertigt.

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  • Viele in Deutschland lebende Muslime sind zu Gewalt gegen Andersgläubige bereit, geht aus einer Studie hervor, die das Bundesinnenministerium vom Institut für Kriminalwissenschaften an der Universität Hamburg erstellen ließ. Sogar mehr als 44 Prozent glauben, dass Muslime ins Paradies kommen, wenn sie im bewaffneten Kampf für den Glauben sterben.

    Hintergrund:
    Bei einer Bedrohung des Islams durch den Westen halten knapp 40 Prozent die Anwendung von Gewalt für gerechtfertigt, wie aus einer Umfrage hervorgeht, die das Bundesinnenministerium erstellen ließ. Sogar mehr als 44 Prozent glauben, dass Muslime ins Paradies kommen, wenn sie im bewaffneten Kampf für den Glauben sterben. Gut 80 Prozent der Befragten lehnen Selbstmordattentate ab. Zugleich halten 8,7 Prozent die Formulierung, dass derartige Anschläge feige seien und dem Islam schadeten, für falsch. Die Etikettierung von Personen, die junge Muslime zu Selbstmordattentaten auffordern oder anleiten, als «gottlose Kriminelle», wird von 9,4 Prozent nicht übernommen. Zwölf Prozent stehen westlichen Gesellschaften auf "religiös-moralische" Weise kritisch gegenüber und befürworten zudem körperliche Züchtigung und die Todesstrafe. Ein Viertel der muslimischen Studenten sei "latent radikalisierungsgefährdet".
    Besorgnis erregt auch der Umstand, dass diese Denkmuster keinesfalls nur in wenig gebildeten Schichten existieren. Auch viele Akademiker sehen sich als Opfer islamkritischer Haltungen und befinden sich im Konflikt mit den westlichen Werten. Die Autoren zeigen sich ratlos, was die Ursachen betrifft: Mangelnde Sprachkenntnisse oder persönliche Benachteiligung und Frustration reichten als Erklärung dafür nicht aus.

    Schäubles Ministerium veröffentlicht die alarmierenden Ergebnisse an dem Tag, an dem die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung ihren Bericht zu den Chancen vorlegte, die Nichtdeutsche hierzulande auf dem Berufs- und Ausbildungsmarkt haben. Einen gezielten Affront wird keiner der Beteiligten offiziell bestätigen wollen, ist aber nicht auszuschließen. Denn Schäuble gilt als gewiefter Taktiker, geht es darum, seine Ziele zu erreichen.

    Die Autoren der 500-Seiten-Expertise kommen aber auch zu dem Ergebnis, dass die große Mehrheit der Muslime Terror und körperliche Gewalt, die mit Religion begründet wird, ablehnt. Allerdings sehen die Forscher bei in der Gruppe mit islamismusaffinen Haltungen ein Gefährdungspotential.

    Der Kultur- und Sozialanthropologe Werner Schiffauer sagte der «Frankfurter Rundschau», die Autoren der Studie kämen auch zu dem Schluss, «dass demokratiefeindliche Einstellungen etwa gleich verteilt sind bei Muslimen und Deutschen. Daraus lässt sich nicht schließen, dass der Islam Demokratiefeindlichkeit stärker fördert». (nz/AP)


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