Frankfurter Flughafen darf ausgebaut werden
Ein Anrecht auf planmäßige Flugverbindungen in diesem Zeitabschnitt haben zudem ausschließlich Unternehmen wie die Lufthansa, die in Frankfurt ihren Heimatflughafen haben. Rhiel verteidigte die Abkehr vom völligen Nachtflugverbot. «Die Abweichung vom Antrag der Fraport AG ist juristisch zwingend erforderlich», sagte der Wirtschaftsminister: «Andernfalls wäre ein rechtssicheres Nachtflugverbot nicht möglich, das Planfeststellungsverbot nicht möglich.»
Mit dem Planfeststellungsbeschluss bleibe der Frankfurter Flughafen eines der wichtigsten Drehkreuze der weltweiten Luftfahrt, erklärte der CDU-Politiker: «Der Flughafen kann kräftig weiter wachsen und so mehr als 40.000 neue Arbeitsplätze schaffen.» Der von der Betreiberfirma Fraport beantragte Ausbau soll die Kapazität des Flughafens von derzeit 490.000 auf rund 700.000 Flugbewegungen im Jahr steigern.
Mit der neuen Landebahn, die 2010 oder 2011 in Betrieb gehen soll, könnten in Frankfurt pro Stunde 126 statt derzeit 83 Flugzeuge starten oder landen. Das gesamte Ausbauvorhaben wird voraussichtlich zwischen vier und 4,5 Milliarden Euro kosten und ist damit das größte privat finanzierte Infrastrukturprojekt in Deutschland. Koch hatte in den vergangenen Jahren der Bevölkerung im Rhein-Main-Raum mehrfach ein absolutes Nachtflugverbot versprochen. Dies sollte als Ausgleich dienen für die Mehrbelastung der Region durch Fluglärm am Tag. In den vergangenen Monaten war der Ministerpräsident allerdings von seiner Zusage abgerückt. Ein Nachtflugverbot ohne Ausnahmen sei rechtlich nicht haltbar, erklärte der CDU-Politiker.
Bei der Klage will der BUND vor allem mit Verstößen gegen das europäische und deutsche Naturschutzrecht argumentieren. Mit rund 280 Hektar solle die Waldvernichtung die Rodungen für die in den 80er Jahren gebaute Startbahn 18 West von rund 200 Hektar um noch einmal 40 Prozent übersteigen. Dass dieser als «unantastbarer Bannwald» ausgewiesene Wald geopfert werden solle, sei ein trauriges Zeugnis der Unverlässlichkeit der Politik, erklärte der BUND. (AP)

