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Wirtschaft reagiert scharf auf Managergehälter

17. Dez 2007 07:45
Fehrenbach verschärft den Ton in der Managergehälter-Diskussion
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«Hier wird wegen weniger Ausreißer ein politischer Schaukampf geführt», hat Bosch-Chef Fehrenbach die Politiker kritisiert. Er und andere Führende aus der Wirtschaft unterstellen den Kritikern Populismus.

In der Debatte um die Höhe von Manager-Gehältern schlägt die Wirtschaft schärfere Töne an. Politiker sollten aufhören, Sündenböcke in der Wirtschaft zu suchen, verlangte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, im «Handelsblatt». Die pauschale Kritik sei «populistisch» und löse kein einziges Problem. Er weise diese Kritik für den BDI auf das Schärfste zurück, «damit muss jetzt Schluss sein». Thumann wies darauf hin, dass die Unternehmen derzeit viele Stellen schafften. An die Adresse der Politik sagte er: «Vergesst nicht, welcher Gaul den Karren zieht.»

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Auch Bosch-Chef Franz Fehrenbach warf der Politik Populismus vor. «Hier wird wegen weniger Ausreißer ein politischer Schaukampf geführt», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des weltgrößten Autozulieferers aus Stuttgart dem «Handelsblatt». «Politiker wissen, dass sie an dieser Stelle leicht Zustimmung erhalten.» Doch Debatten nach gesetzlichen Obergrenzen für Manager-Gehälter seien «schlichtweg Unsinn». Über diese Frage hätten Aufsichtsräte und Gesellschafter zu entscheiden. «Nahezu alle Manager tragen mit ihrer Leistung maßgeblich zum Wohlstand der Gesellschaft bei und werden dafür angemessen bezahlt», sagte der Bosch-Chef. «Doch darüber spricht niemand.»

Der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Deutschland. Fred B. Irwin, warnte in der «Financial Times Deutschland»: «Die Verlegung von Firmenzentralen ins Ausland kann eine logische Konsequenz sein, wenn die Politik bei der Regulierung der Manager- Gehälter zu weit geht.» Eine Regierung sollte für mehr Wirtschaftswachstum und Wohlstand sorgen. «Ich kann nicht erkennen, was die Regulierung von Manager-Gehältern mit diesen Aufgaben zu tun hat.»

Dagegen kritisierte der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler im Kölner «Express» «die ungenierte Bereicherung von bestimmten Managern, die als Angestellte ihres Unternehmens dieses an die Wand gefahren und tausende Arbeitsplätze und Aktienvermögen in Milliardenhöhe vernichtet haben». Auch in Deutschland gehe die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. «Maßlose Einkommensunterschiede kann eine Gesellschaft auf Dauer nicht ertragen», warnte Geißler. «Die Wirtschaft sollte sich selber Grenzen setzen. Sonst muss es der Gesetzgeber tun.» Im Vordergrund der Debatte müssten die sogenannten Aktienoptionen, nicht aber die Fixgehälter von Managern stehen.

Die Diskussion über die Vergütung von Managern war unter anderem von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeheizt worden. Sie hatte Anfang Dezember beim CDU-Bundesparteitag in Hannover kritisiert: «Warum wird mit Geld überschüttet, wer auf ganzer Linie versagt hat?», sagte sie. «Das untergräbt das Vertrauen in das soziale Gleichgewicht unseres Landes.» Eine Begrenzung der Manager-Gehälter per Gesetz lehnt die Bundesregierung allerdings ab.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hält aber andere Eingriffe des Staates für möglich. «Wir könnten gesetzlich regeln, versteckte Vergütungen wie den Wert des Dienstwagens in der Bilanz auszuweisen», sagte er dem Nachrichtenmagazin «Focus». (dpa)

 
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