Zunehmende Jugendgewalt in Städten
16.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Täter sind überwiegend Jugendliche um die 20
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In einigen Bundesländern hat sich die Zahl von Rohheitsdelikten wie Körperverletzung, Raub und schwere Nötigung binnen eines Jahrzehnts fast verdoppelt. Experten sprechen von einer immer niedrigeren Hemmschwelle.
Die Jugendgewalt in Deutschland hat laut einer Untersuchung von Bund und Ländern dramatisch zugenommen. «Die am deutlichsten steigende Deliktsform ist die gemeinschaftlich begangene Körperverletzung», zitierte die «Welt am Sonntag» aus dem Bericht einer Arbeitsgruppe für die Innenministerkonferenz. In einigen Bundesländern habe sich die Zahl der Rohheitsdelikte wie Körperverletzung, Raub und schwere Nötigung binnen eines Jahrzehnts fast verdoppelt, heißt es der Zeitung zufolge in dem Bericht. So sei in Niedersachsen allein die Zahl der Körperverletzungen durch jugendliche Täter von 5194 auf 10.280 gestiegen. Dabei nehme die Brutalität zu. «Zunehmende Gewalt bei Jugendlichen ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen», sagte Landesinnenminister Uwe Schünemann (CDU) der «Welt am Sonntag». Früher habe es es eine natürliche Hemmschwelle gegeben: «Wenn jemand bei der Schulhofprügelei am Boden lag, wurde nicht mehr nachgetreten. Das ist heute anders.»
Auch Hamburg, Bremen, Baden-Württemberg oder das Saarland registrierten einen starken Anstieg bei Körperverletzungsdelikten. Hamburgs Innensenator Udo Nagel sprach von einem «deutlichen Warnzeichen» für die Gesellschaft. «Offensichtlich existiert unter jungen Menschen eine immer niedrigere Hemmschwelle zur Ausübung von Gewalt», sagte Nagel der «Welt am Sonntag». Um diesen Trend zu stoppen, müssten auch die strafrechtlichen Möglichkeiten verschärft werden.
Schwerpunkt städtischer BallungsraumDie Täter der Körperverletzungsdelikte seien überwiegend Jugendliche um das 20. Lebensjahr. «Diese Aussage lässt sich als Trend, vor allem für den Bereich der einfachen Körperverletzung, für alle Bundesländer ausmachen», schreiben die Autoren des Berichts mit dem Titel «Entwicklung der Gewaltkriminalität junger Menschen mit einem Schwerpunkt auf städtischen Ballungsräumen». Feste Jugendbanden oder Gangs wie in Berlin oder Bremen seien eher die Ausnahme. «Zumeist handelt es jedoch um lose, wohn- oder schulnahe Gruppierungen mit wechselnden Mitgliedern, die überwiegend Aggressionstaten innerhalb der jeweiligen Altersgruppe begehen, eher in Form einer Clique», zitiert die «Welt am Sonntag» aus dem Bericht. (AP)