«Deutschlands beste Schule» steht in Hildesheim
10.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Zudem begutachtete die elfköpfige Jury die Kandidaten nach den Kriterien Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung und Schulleben. «Anderen Schulen ist sie in ihrer Entwicklung zehn Jahre voraus», sagt Jurysprecher Prof. Peter Fauser, Erziehungswissenschaftler an der Universität Jena, über die RBG. Die Lehrer besuchen sich gegenseitig freiwillig im Unterricht. «Diese Unterrichtsform ist einmalig in Deutschland», sagt Schulleiter Kretschmer.
Ein eigenes Integrationskonzept gibt es dagegen nicht. «Das Problem tritt nicht auf», sagt der Schulleiter. Und wenn es doch einmal Schwierigkeiten geben sollte, sorgen die Schüler oft selbst für Ordnung. «Es gibt außer den Vertrauenslehrern auch eigens geschulte «Buddies» - Oberstufenschüler, die sich um die Jüngeren kümmern», erzählt die 19 Jahre alte Hannah Klüver. Alle vier bis sechs Wochen trifft sich zudem ein Schüler-Lehrer-Gremium, das offene Fragen zwischen Kollegium und Oberstufe klären soll.
Der Rahmen stimmt also an der RBG, auch die Lernbedingungen für die 1350 Schüler und 106 Lehrer sind nahezu perfekt: die Schule bietet eine reichlich ausgestattete Bibliothek, eine große Mensa und jede Menge Instrumente. Die Schüler der 8. Klasse nehmen jedes Jahr an einer Sommerschule auf der dänischen Insel Årø teil.
Wofür er das Preisgeld einsetzen wird, weiß RBG-Schulleiter Wilfried Kretschmer allerdings noch nicht. Die Schüler hätten da schon ein paar Ideen. «Für die Behindertenarbeit», schlägt die 13-jährige Nagihan Kurt vor. «Oder für den Schüler-Rundfunk», sagt Hannah Klüver.
Mit dem Sieg beim Deutschen Schulpreis ist die Unterrichtsentwicklung an der RBG noch nicht abgeschlossen. «Das ist ein dynamischer Prozess», sagt Kretschmer. Derzeit arbeiten Kollegium und Schüler bereits am neuesten Projekt: Mit dem «sozialen Lehrplan» will Kretschmer unter anderem die Frage klären, «was unbewusst läuft». (Benedikt von Imhoff, dpa)

