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Beckstein warnt vor Einmischung im Fall Marco

10. Dez 2007 12:19
Marco W. ist seit mehr als sieben Monaten in Haft
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«Eine in Deutschland geführte Debatte wird dem Jungen nicht helfen», sagt Bayerns Ministerpräsident Beckstein. Bald wird der Prozess gegen den Deutschen Marco W. in der Türkei fortgeführt.

Wenige Tage vor dem nächsten Verhandlungstag für den deutschen Schüler Marco W. in der Türkei hat der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein vor einer Einmischung der deutschen Politik in das Verfahren gewarnt. «Als jemand, der die Türkei recht gut kennt und schon 31 Mal dort war, kann ich nur zu größter Zurückhaltung bei der Bewertung dieses Falles aufrufen, sagte der CSU-Politiker der Zeitschrift «Super Illu».

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«Eine in Deutschland geführte politische Debatte wird dem Jungen sicherlich nicht helfen, sondern eher noch die Abwehrhaltung der türkischen Justiz verstärken», wurde der Ministerpräsident weiter zitiert. Er hoffe aber, dass der Prozess «noch vor Weihnachten» abgeschlossen sein werde.

Marco W. wird beschuldigt, während eines Urlaubsaufenthalts in der Türkei die 13-jährige britische Schülerin Charlotte sexuell missbraucht zu haben. Er selbst spricht von Zärtlichkeiten in gegenseitigem Einvernehmen. Seit dem 12. April sitzt der Schüler in Untersuchungshaft.

Originalaussage des Mädchens liegt vor

Bei dem nächsten Prozesstermin am 14. Dezember wird möglicherweise auch endlich die Originalaussage des Mädchens behandelt werden. Ende November hatte Marcos Anwalt Michael Nagel der AP gesagt, dass das englische Original der Aussage nun in der Türkei vorliege. Nun sei zu hoffen, dass beim nächsten Verhandlungstermin auch die türkische Übersetzung vorliege.

Das Gericht in Antalya hatte am 20. November erneut die Freilassung Marcos aus der schon mehr als sieben Monate dauernden Untersuchungshaft mit der Begründung abgelehnt, dass ihm noch kein Originalprotokoll der Aussage Charlottes vorliege. Marcos Anwälte haben Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte angekündigt.

Nach Umfrage für Ostdeutsche bedeutendstes Ereignis

Für die Ostdeutschen ist der Fall Marcos nach einer Umfrage das bedeutendste Ereignis des Jahres 2007. 80 Prozent der 1002 Befragten in den neuen Bundesländern sagten der Erhebung des Leipziger Instituts für Marktforschung für die Zeitschrift «Super Illu», dass sie das Schicksal des in der Türkei inhaftierten Jugendlichen besonders bewegt habe. (AP)

 
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