Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner hielt das geplante Verbotsverfahren allerdings für wenig aussichtsreich. Er sei skeptisch, «weil das rechtlich eben sehr kompliziert ist», sagte Stegner «Spiegel Online». Zudem sei für ein solches Verbotsverfahren der Bund zuständig, und Innenminister Schäuble sei auch «eher zurückhaltend» gewesen.Der SPD-Politiker sprach sich stattdessen dafür aus, alle anderen Möglichkeiten zu nutzen, vor allem Aufklärung: Man müsse den Menschen klarmachen, was die Organisation mache und was sie wolle. Seiner Meinung nach sei es jedoch offensichtlich, «dass die mit kriminellen Methoden arbeiten». Stegner sagte: «Scientology arbeitet mit massiven Repressionen, wie eine totalitäre Organisation - die wollen den Willen der Menschen brechen.»
Das Vorgehen gegen Scientology hatte der Hamburger Innensenator Udo Nagel beantragt. Scientology wurde 1954 von L. Ron Hubbard in den USA gegründet und ist seit fast 40 Jahren in Deutschland aktiv. Seit 1997 wird die Organisation vom Verfassungsschutz beobachtet. Dem Verfassungsschutzbericht 2006 zufolge liegen unverändert Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung vor. (nz/dpa/AP)