Vorsichtiger Optimismus im Bahn-Tarifstreit05. Dez 2007 10:33  |  Tiefensee erleichtert, dass es keinen Bahnstreik an Weihnachten gibt | Foto: dpa |
|
Das Ergebnis der Gespräche zwischen Lokführern und der Bahn garantiert nicht, dass sich die Tarifparteien auch einigen werden. «Es ist noch sehr, sehr viel Arbeit zu leisten,» meint Bundesverkehrsminister Tiefensee.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hält den Erfolg bei den jetzt vereinbarten Tarifverhandlungen zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft nicht für garantiert. Er sehe die Einigung auf einen Fahrplan für einen eigenständigen Tarifvertrag der Lokführer mit «vorsichtigem Optimismus», sagte Tiefensee am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. «Das sollte gelingen, aber es ist noch sehr, sehr viel Arbeit zu leisten», prophezeit der SPD-Politiker. Er sei aber sehr glücklich, dass es keine Streiks über Weihnachten geben solle.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, sieht die Gesprächs-Ergebnisse zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL skeptisch. Hansen sagte im Deutschlandfunk, Sollbruchstelle in dem Kompromiss sei vor allem die betriebliche Altersversorgung. Falls die GDL auch diese in einen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer aufnehmen wolle, würden die Verhandlungen scheitern. Die GDL müsse nun auf Transnet zukommen, um eine Kooperationsvereinbarung zu treffen, erklärte Hansen. Wenn dies nicht in den kommenden zwei Wochen gelinge, werde Transnet selbst Verhandlungen mit der Bahn für die in ihr organisierten Lokführer aufnehmen.
Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft der Lokführer GDL hatten sich nach einem fast neunmonatigen Tarifstreit auf Eckpunkte für einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Noch bis Ende Januar wollen GDL und Bahn einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer aushandeln. Bis dahin können Urlauber, Pendler und andere Reisende unbesorgt ihre Bahnfahrt antreten. «So lange wir verhandeln, streiken wir nicht», sagte GDL-Vorsitzender Manfred Schell nach einem zweitägigen Spitzengespräch mit Bahnchef Hartmut Mehdorn am Dienstag in Berlin. (nz/AP/dpa-AFX)
|