Zeugen sagten hingegen vor Gericht aus, dass es ausländerfeindliche Rufe gegeben habe, und die Inder bedrängt worden seien. Einige machten auch deutlich, dass der Angeklagte einer der Antreiber gewesen sei. «Ich bin sicher, dass er es war», sagte der indische Geschäftsführer der Pizzeria, Amarjit Singh. «Wir hatten Todesangst.»Sein Zeugenbeistand, die Dresdner Anwältin Swantje Schmitz-Grubert, begrüßte das Urteil. «Das dürfte schon abschreckende Wirkung haben», sagte sie. Singh, der von der Opferberatung betreut werde, habe die Erlebnisse noch lange nicht verarbeitet.
Es war das zweite Mal, dass sich das Amtsgericht Oschatz mit den Ausschreitungen befasste. In der vergangenen Woche hatte es einen 18- Jährigen nach Jugendstrafrecht zur Zahlung von 600 Euro verurteilt. In zwei Fällen wollte die Staatsanwaltschaft das Verfahren per Strafbefehl ohne Verhandlung abschließen und verhängte Geldstrafen von 1500 Euro und 2625 Euro. Ein 22-Jähriger legte jedoch Widerspruch ein. Über seinen Fall wird das Amtsgericht voraussichtlich Anfang Januar verhandeln.
Die Vorgänge im Festzelt, also vor den Ausschreitungen an der Pizzeria, sind dagegen weiter strittig. Die Staatsanwaltschaft wagte keine Prognose, wann auch dieser Komplex abgeschlossen werden kann. Bislang wird gegen acht Menschen wegen vollendeter oder versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt. (dpa)