04. Dez 2007 18:00
Demnächst ist in Hamburgs Rotlichtviertel das Tragen von Messern, Knüppeln und Baseballschlägern verboten. Kiezgängern, die auf ihre Waffen nicht verzichten, drohen 10.000 Euro Bußgeld.
Verboten sind demnach Waffen oder gefährliche Gegenstände wie Messer, Knüppel, Baseballschläger, Handschuhe mit harten Füllungen sowie Reizstoffsprühgeräte und Tierabwehrsprays. Der Beschluss soll voraussichtlich am 11. Dezember in Kraft treten. Die Polizei will gelbe Hinweisschilder aufstellen und mit Schwerpunktkontrollen die Einhaltung der Verordnung streng überprüfen. Ausgenommen von dem Verbot sind lediglich relativ harmlose Sprühdosen mit BKA-Prüfzeichen zur Selbstverteidigung.Die Verschärfung des Waffengesetzes war im Sommer vom Bundestag verabschiedet worden. Alle Bundesländer haben damit das Recht, an Kriminalitätsbrennpunkten Waffen zu verbieten. Hamburg hatte eine entsprechende Bundesratsinitiative gestartet.
Auf der Amüsiermeile Reeperbahn kommt es regelmäßig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, oft auch mit Messern. Die Politik verspricht sich von der Maßnahme einen Rückgang der Straftaten. Die SPD-Bürgerschaftsfraktion kritisierte, dass der Beschluss für viele Opfer von Übergriffen zu spät komme. «Nagel entlarvt sich als Last-Minute-Aktivist», kritisierte SPD-Innenexperte Andreas Dressel. (nz/AP)